Zitat von: KippmKauBoi
Immobilienpreis und Immobilienpreiskritikfaden
-
#321 Gelöschtes Mitglied 1957 5 Juli 2023, 09:24Hat denn wirklich keiner Welt+? Würd des echt gern lesenDann teste es doch für 1€
-
Mod/RDW
#322 schnappi 5 Juli 2023, 09:24Im Moment ist immer noch absolute Flaute hier. Preise viel zu hoch und erstaunlich stabil. Entsprechend stehen die Häuser monatelang drin. Hier und da tauscht einer das Vorschaubild aus aber ansonsten passiert nix. Scheint bei den Verkäufern größtenteils nicht anzukommen, dass sie Preise verlangen, die man nicht bezahlen kann, selbst wenn man wollte.
-
-
#324 KippmKauBoi 5 Juli 2023, 09:29Zitat von: emailgo
Dann teste es doch für 1€Schau ich aus als hätte ich einen Euro in der Tasche?
Kann doch ned sein dass keine einzige Seite die Welt- Zahlwand umgehen kann -
#325 KippmKauBoi 5 Juli 2023, 09:31Großer Fertighaushersteller bei uns in der Gegend, also der spürt irgendwie noch nichts. Da rolln die Holztransporte und Hausteile nur so durch den Landkreis, ein Wahnsinn.
Und ich seh immer nur ganz ganz wenige Fertighäuser wenn Neubaugebiete erschlossen werden. Da bauen dann 11 Leute zur gleichen Zeit, und vielleicht ein Haus davon ist ein Fertighaus. -
Mod/RDW
#326 schnappi 5 Juli 2023, 09:39Auf jeden Fall ist es erstaunlich, wie viele Verkäufer und auch Makler ihren Schrott schönreden oder bewusst erstmal Mängel verschweigen.
Der Klassiker im Moment ist auf jeden Fall die ultrasupergut gewartete dreißig Jahre alte Gasheizung, die nochmal locker 100 Jahre macht. Man muss nur fest dran glauben. Wenn man dann argumentiert, dass Heizungen nicht ewig laufen, sondern sich, ganz im Gegenteil, sogar relativ gut eine Lebensdauer vorausssagen lässt und auch die gut gewartetet Heizung nunmal Teile hat, die irgendwann nicht mehr reparabel sind, dann werden die Verkäufer sofort bockig und man kann eigentlich die Besichtigung abbrechen.
Oder wenn eine beschissene Lage verschwiegen wird. Merkt man doch eh spätestens beim angucken. Verstehe nicht, wieso das nicht einfach direkt reingeschrieben wird, dann kann man sich den Aufwand sparen. zEnTRumsNaH.
Oder wenn da irgendwas von tollen neuen Fenstern steht und die Fenster sind dann nach 7 Jahren schon so runtergerockt, dass sich der Griff gar nicht mehr oder nur noch mit Kraft senkrecht stellen lässt. MuSs mAn mAL einSTLLEn. giBT eS auF yYOutube ViDeos. JA WARUM HASTE ES NICHT GEMACHT; DU FAULE SAU?
Oder der absolute Klassiker: Feuchter Keller. Schreibt es halt rein ihr Hurensöhne. Ja, man kann Keller trocken legen und mit Drainage usw. vorsorgen. Aber es gibt halt Leute, die haben da keinen Bock drauf. Kann ich mir den ganzen Aufwand mit Stunde eher Feierabend machen usw. halt auch sparen. -
Mod/RDW
#327 schnappi 5 Juli 2023, 09:42Zitat:
vaillant.helpjuice.com/de_DE/heizungsbetrieb/wie-lange-haelt-eine-heizungWie lange hält eine Heizung?
Die Lebensdauer eines modernen Heizgerätes beträgt etwa 15 bis 18 Jahre. Das ist ein Erfahrungswert.
Die Hersteller selber geben nichtmal so Fantasiewerte an, wie die Hausbesitzer. -
#328 ProxyPaige 5 Juli 2023, 09:42Kenne einen Fall etwas genauer und denke der ist in mancher Hinsicht gut verallgemeinerbar.
Die Eigentümer haben vor zehn Jahren ein nicht saniertes Haus von 1959 für eine unbekannte Summe gekauft. Mäßige Lage aber mit großem Garten. In der Zeit haben die knapp 100.000 Euro reingesteckt und davon z. B. ein neues Dach und neue Fenster einbauen lassen. Neben solch professioneller Arbeit haben die aber auch viel rumgestümpert und viele Baustellen sind offen geblieben oder wurden noch gar nicht angefasst. Letztendlich müsste das fast kernsaniert werden, allein schon weil die Elektrik uralt ist.
Dann wollten die das schon letztes Jahr verkaufen und haben natürlich den Makler beauftragt, der ihnen die höchste Summe versprochen hat: 900.000 € (!!!). Ich weiß, dass das baugleiche Nachbarhaus, welches allerdings gar nicht saniert wurde und einen etwas kleineren Garten hat, letztens für 450.000 € verkauft wurde.
Der erste Makler konnte natürlich keinen Käufer finden, da er sich etwas überschätzt hatte, zumal dann der Krieg losging.
Die Eigentümer wollen natürlich nicht einsehen, dass ihr Haus nicht 900.000 €, sondern im besten Fall vielleicht 550.000 € wert ist. -
#329 Gelöschtes Mitglied 1957 5 Juli 2023, 09:50
Zitat von: schnappi
vaillant.helpjuice.com/de_DE/heizungsbetrieb/wie-lange-haelt-eine-heizungFairerweise sind das für moderne Heizungsgeräte. Alte waren ähnlich wie Autos simpler und weniger ging kaputt
Die Hersteller selber geben nichtmal so Fantasiewerte an, wie die Hausbesitzer.
Und ein Durchschnittswert. Manche verkacken also später, manche früher
Aber
a) die Dinger sind nicht effizient wie moderne Geräte
b) besteht eigentlich eine Austauschpflicht nach 30 Jahren seit der letzten CDU Regierung -
Mod/RDW
#330 schnappi 5 Juli 2023, 09:51Zitat von: ProxyPaige
allein schon weil die Elektrik uralt ist.Ein weiterer Klassiker. Elektrik nur teilweise erneuert, was bedeutet: Muss komplett nochmal gemacht werden.
Dabei immer ganz vorne mit dabei:
- Deckenlampen ohne Schutzleiter
- selber gemacht und nicht abnehmen lassen
- nur eine oder zwei Steckdosen pro Raum, gerade bei Nachkriegshäusern -
#331 Gelöschtes Mitglied 1957 5 Juli 2023, 09:54
Zitat von: ProxyPaige
Kenne einen Fall etwas genauer und denke der ist in mancher Hinsicht gut verallgemeinerbar.Das ist aber auch gierig. Das haben die bestimmt für maximal 300.000 gekauft vor 10 Jahren. Also quasi umsonst gelebt und noch Gewinn gemacht
Die Eigentümer haben vor zehn Jahren ein nicht saniertes Haus von 1959 für eine unbekannte Summe gekauft. Mäßige Lage aber mit großem Garten. In der Zeit haben die knapp 100.000 Euro reingesteckt und davon z. B. ein neues Dach und neue Fenster einbauen lassen. Neben solch professioneller Arbeit haben die aber auch viel rumgestümpert und viele Baustellen sind offen geblieben oder wurden noch gar nicht angefasst. Letztendlich müsste das fast kernsaniert werden, allein schon weil die Elektrik uralt ist.
Dann wollten die das schon letztes Jahr verkaufen und haben natürlich den Makler beauftragt, der ihnen die höchste Summe versprochen hat: 900.000 € (!!!). Ich weiß, dass das baugleiche Nachbarhaus, welches allerdings gar nicht saniert wurde und einen etwas kleineren Garten hat, letztens für 450.000 € verkauft wurde.
Der erste Makler konnte natürlich keinen Käufer finden, da er sich etwas überschätzt hatte, zumal dann der Krieg losging.
Die Eigentümer wollen natürlich nicht einsehen, dass ihr Haus nicht 900.000 €, sondern im besten Fall vielleicht 550.000 € wert ist. -
Mod/RDW
#332 schnappi 5 Juli 2023, 09:54Zitat von: emailgo
b) besteht eigentlich eine Austauschpflicht nach 30 Jahren seit der letzten CDU RegierungDas gilt nicht für Brennwertthermen. Die findet man in den Häusern aus dieser Zeit aber überwiegend.
Entsprechend kaufst du dann bei einem "neuen" Haus aus den 90ern eine 30 Jahre alte Heizung. -
Mod/RDW
#333 schnappi 5 Juli 2023, 10:05Ganz allgemein mache ich bei Häusern auch dieselbe Erfahrungen, die ich vom Autokauf schon kenne. Nämlich, dass die Verkäufer denken, dass getätigte Investitionen beim Verkauf dann auf magische Art und Weise wieder als Scheine hereinflattern.
Beispiel: Wenn ich ein Auto mit dem Wert von ca. 5000 € kaufe, dann ist es scheißegal, ob da kurz vorher für 1200 € neue Schweller eingeschweißt wurden. Oder ob da für 3000 € ein gebrauchter Motor reingesetzt wurde. Dieses Geld ist halt einfach weg. Es macht das Auto nicht wertiger und es kommt auch nicht wieder.
Da werden dann irgendwelche Rechnungen präsentiert und so getan, als hätte man deswegen quasi im Lotto gewonnen. Ja wow, das Dach wurde kürzlich abgedichtet, irre. Mit undichtem Dach würde ich dein scheiß Haus auch nicht kaufen du dumme Sau -
#334 Gelöschtes Mitglied 1957 5 Juli 2023, 10:08
Zitat von: schnappi
Das gilt nicht für Brennwertthermen. Die findet man in den Häusern aus dieser Zeit aber überwiegend.Das würde ich bezweifeln. Vielleicht sind das besonders hochwertige Häuser von vermögenden Leuten aber allgemein war der Anteil von Gasbrennwert Heizungen selbst 2002, also 10 Jahre später, noch bei "nur" 50%.
Entsprechend kaufst du dann bei einem "neuen" Haus aus den 90ern eine 30 Jahre alte Heizung.
-
#335 Gelöschtes Mitglied 171 5 Juli 2023, 10:26
würde gerne mit schnappi häuser besichtigen gehen und uns dann über die makler/besitzer echauffieren
-
#336 Gelöschtes Mitglied 388 5 Juli 2023, 10:29
Zitat von: KippmKauBoi
Hat denn wirklich keiner Welt+? Würd des echt gern lesensiggi
Deutschlands Holz-Fertighaus-Hersteller haben trotz Baukrise gut zu tun. Bis weit ins Jahr 2024 sind die Kapazitäten der rund 50 heimischen Anbieter ausgelastet, meldet der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF). Das können aktuell nicht viele Firmen in der gebeutelten Bauindustrie von sich behaupten.
Gleichwohl wächst nun auch bei den Fertighausbetrieben die Nervosität. Denn neue Aufträge tröpfeln mittlerweile nur noch spärlich ein, die Rede ist von 30 bis 60 Prozent weniger Bestellungen je nach Unternehmen. „Wenn das nicht bald besser wird, bekommen auch wir Probleme“, sagt BDF-Geschäftsführer Achim Hannott.
Zwar ist das Interesse möglicher Bauherren weiterhin groß. Zum Beispiel bei Nordhaus, einem kleinen Anbieter aus Kürten im Bergischen Land in Nordrhein-Westfalen. „Viele können sich den Hausbau aktuell aber nicht mehr leisten“, sagt Geschäftsführer Holger Cürten. Allen voran junge Familien und damit eine Kernzielgruppe für ein Holz-Fertighaus.
„90 Prozent der jungen Familien müssen wir wieder wegschicken, weil für sie die Finanzierung nicht mehr funktioniert“, beschreibt Cürten. Wohl auch, weil die Summen, die Bauherren aufbringen müssen, stetig steigen.
„Unter 500.000 Euro geht praktisch gar nichts mehr im Neubau“, sagt Unternehmer Cürten und verweist auf die stark gestiegenen Kosten für Baumaterial, Handwerker und Logistik. Er habe deswegen viele verzweifelte Kunden bei sich im Büro oder im Musterhaus sitzen. „Da wird dann auch viel geweint, weil Träume platzen.“
Für Nordhaus selbst droht dadurch 2024 – und damit ausgerechnet im Jahr des 100-jährigen Jubiläums – Ungemach. Bis zum Sommer reichen die Aufträge derzeit noch. Für die Zeit danach indes fehlen Bestellungen. „Im Auftragseingang entsteht derzeit eine Lücke“, erklärt Cürten. Das aber dürfe jetzt nicht noch lange so weitergehen.
Wobei die Hoffnungen auf Besserung schon mal größer waren in der Branche, deren Marktanteil im Ein- und Zweifamilienhausbau 2022 bei 23,5 Prozent lag und damit zehn Prozentpunkte höher als noch zur Jahrtausendwende. Denn seit etlichen Monaten schon, konkret seit Mai vergangenen Jahres, gehen die Baugenehmigungszahlen in Deutschland zurück, zuletzt sogar so deutlich, dass beim BDF von einem „katastrophalen Einbruch“ die Rede ist.
Im Februar zum Beispiel wurden laut dem Statistischen Bundesamt 35,8 Prozent weniger Ein- und Zweifamilienhäuser genehmigt als noch ein Jahr zuvor. Und im März waren die Zahlen ähnlich schwach.
Es droht eine Wohnungsbaurezession
Auch der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (BHB) ist längst alarmiert. Zumal nicht nur die frei stehenden Traumhäuser weniger werden. Auch der Bau von Mehrfamilienhäusern stockt gewaltig, ebenso der Umbau bestehender Gebäude, um neuen Wohnraum zu schaffen.
Unter dem Strich wurden laut Statistik im gesamten ersten Quartal 2023 68.700 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt, das waren 25,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. „Wir steuern auf eine Wohnungsbaurezession zu, denn das Produkt ,Wohnen‘ ist aufgrund rasant gestiegener Zinsen, Baukostensteigerungen sowie der anhaltenden Überregulierung kaum noch bezahlbar“, sagt BHB-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller.
In der mittelständisch geprägten Fertighausbranche kommen deshalb durchaus Zukunftssorgen auf. Und dabei spielt die Politik aus Sicht der Hersteller eine entscheidende Rolle. „Bauen hat mit Sicherheit und Vertrauen zu tun“, sagt BDF-Geschäftsführer Hannott. „Beides aber vermittelt die Politik derzeit nicht.“
Er beklagt eine „völlig verfehlte Förderpolitik“ der Bundesregierung und dazu ein anhaltendes „Einfamilienhaus-Bashing“. Über Jahrzehnte hinweg habe man Familien ermöglichen wollen, Wohneigentum aufzubauen. „Mittlerweile dagegen wirken Bauherren wie Feindbilder“, sagt Hannott und fügt an: „Die Baupolitik in Deutschland ist derzeit eine einzige Enttäuschung.“
Längst suchen sich die Fertighaus-Hersteller neue Geschäftsbereiche, etwa den Bau von Gewerbeimmobilien. Nordhaus zum Beispiel baut gerade in seinen Fertigungshallen die Wände und Dachteile für eine Zahnklinik in Krefeld.
Schwörer Haus wiederum, mit 320 Millionen Euro Umsatz und im Normalfall rund 1000 gebauten Häusern pro Jahr einer der größten Anbieter in der Branche, setzt auf sogenannte FlyingSpaces. Das sind Module, aus denen sowohl ein vollwertiges Minihaus als auch Einzelraum-Anbauten oder komplette Geschosse entstehen können. Letztere werden dann in Städten auf bestehende Häuser gesetzt oder auch auf die Dächer von sogenannten Nicht-Wohngebäuden, also zum Beispiel von Supermärkten.
„Nachverdichtung ist ein enorm wichtiges Thema mit großem Potenzial“, sagt Johannes Schwörer, der geschäftsführende Gesellschafter des Mittelständlers von der Schwäbischen Alb. Wie groß, zeigt eine Studie der Technischen Universität Darmstadt und des Pestel-Instituts Hannover.
Danach könnten in Großstädten und Ballungsgebieten rund 1,5 Millionen zusätzliche Wohnungen durch Dach-Aufstockungen entstehen. Im Fokus der Studie standen dabei Wohnraum-Reserven von Mehrfamilienhäusern, die zwischen 1950 und 1990 gebaut wurden. Schwörer beklagt aber auch in diesem Bereich Probleme mit Politik und Verwaltung. „Wir brauchen bessere und schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren“, sagt Schwörer.
Das Kerngeschäft der Fertighaus-Hersteller sieht auch er aktuell stark unter Druck. Der Jahresstart seit der schlechteste in seiner mittlerweile fast 30-jährigen Zeit bei Schwörer gewesen. 2024 hält er nun für entscheidend für die nähere Zukunft der Branche. „Wird es dann nicht besser, kann es durchaus zu Betriebsaufgaben kommen.“ -
#337 KippmKauBoi 5 Juli 2023, 12:07Zitat von: schnappi
Ein weiterer Klassiker. Elektrik nur teilweise erneuert, was bedeutet: Muss komplett nochmal gemacht werden.Aller wie bei mir. Brauch Steckerleisten ohne Ende.
Dabei immer ganz vorne mit dabei:
- Deckenlampen ohne Schutzleiter
- selber gemacht und nicht abnehmen lassen
- nur eine oder zwei Steckdosen pro Raum, gerade bei Nachkriegshäusern
Oder auch immer gut: Mehrfamilienhaus gehört ein und der selben Partei, eschd amohl den Lichtschalter fürs Treppenhaus gegenüber der Wohnungstür anbringen. Nicht in der Wohnung, oder außen neben der Wohnungstür.
Könnt immer alles kaputtschlagen aller -
#338 KippmKauBoi 5 Juli 2023, 12:12Zitat von: Schwefelbube
siggiPro Tipp: es können keine Träume platzen wenn sowieso schon immer klar war dass man kein Haus besitzen wird.
Deutschlands Holz-Fertighaus-Hersteller haben trotz Baukrise gut zu tun. Bis weit ins Jahr 2024 sind die Kapazitäten der rund 50 heimischen Anbieter ausgelastet, meldet der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF). Das können aktuell nicht viele Firmen in der gebeutelten Bauindustrie von sich behaupten.
Gleichwohl wächst nun auch bei den Fertighausbetrieben die Nervosität. Denn neue Aufträge tröpfeln mittlerweile nur noch spärlich ein, die Rede ist von 30 bis 60 Prozent weniger Bestellungen je nach Unternehmen. „Wenn das nicht bald besser wird, bekommen auch wir Probleme“, sagt BDF-Geschäftsführer Achim Hannott.
Zwar ist das Interesse möglicher Bauherren weiterhin groß. Zum Beispiel bei Nordhaus, einem kleinen Anbieter aus Kürten im Bergischen Land in Nordrhein-Westfalen. „Viele können sich den Hausbau aktuell aber nicht mehr leisten“, sagt Geschäftsführer Holger Cürten. Allen voran junge Familien und damit eine Kernzielgruppe für ein Holz-Fertighaus.
„90 Prozent der jungen Familien müssen wir wieder wegschicken, weil für sie die Finanzierung nicht mehr funktioniert“, beschreibt Cürten. Wohl auch, weil die Summen, die Bauherren aufbringen müssen, stetig steigen.
„Unter 500.000 Euro geht praktisch gar nichts mehr im Neubau“, sagt Unternehmer Cürten und verweist auf die stark gestiegenen Kosten für Baumaterial, Handwerker und Logistik. Er habe deswegen viele verzweifelte Kunden bei sich im Büro oder im Musterhaus sitzen. „Da wird dann auch viel geweint, weil Träume platzen.“
Für Nordhaus selbst droht dadurch 2024 – und damit ausgerechnet im Jahr des 100-jährigen Jubiläums – Ungemach. Bis zum Sommer reichen die Aufträge derzeit noch. Für die Zeit danach indes fehlen Bestellungen. „Im Auftragseingang entsteht derzeit eine Lücke“, erklärt Cürten. Das aber dürfe jetzt nicht noch lange so weitergehen.
Wobei die Hoffnungen auf Besserung schon mal größer waren in der Branche, deren Marktanteil im Ein- und Zweifamilienhausbau 2022 bei 23,5 Prozent lag und damit zehn Prozentpunkte höher als noch zur Jahrtausendwende. Denn seit etlichen Monaten schon, konkret seit Mai vergangenen Jahres, gehen die Baugenehmigungszahlen in Deutschland zurück, zuletzt sogar so deutlich, dass beim BDF von einem „katastrophalen Einbruch“ die Rede ist.
Im Februar zum Beispiel wurden laut dem Statistischen Bundesamt 35,8 Prozent weniger Ein- und Zweifamilienhäuser genehmigt als noch ein Jahr zuvor. Und im März waren die Zahlen ähnlich schwach.
Es droht eine Wohnungsbaurezession
Auch der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (BHB) ist längst alarmiert. Zumal nicht nur die frei stehenden Traumhäuser weniger werden. Auch der Bau von Mehrfamilienhäusern stockt gewaltig, ebenso der Umbau bestehender Gebäude, um neuen Wohnraum zu schaffen.
Unter dem Strich wurden laut Statistik im gesamten ersten Quartal 2023 68.700 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt, das waren 25,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. „Wir steuern auf eine Wohnungsbaurezession zu, denn das Produkt ,Wohnen‘ ist aufgrund rasant gestiegener Zinsen, Baukostensteigerungen sowie der anhaltenden Überregulierung kaum noch bezahlbar“, sagt BHB-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller.
In der mittelständisch geprägten Fertighausbranche kommen deshalb durchaus Zukunftssorgen auf. Und dabei spielt die Politik aus Sicht der Hersteller eine entscheidende Rolle. „Bauen hat mit Sicherheit und Vertrauen zu tun“, sagt BDF-Geschäftsführer Hannott. „Beides aber vermittelt die Politik derzeit nicht.“
Er beklagt eine „völlig verfehlte Förderpolitik“ der Bundesregierung und dazu ein anhaltendes „Einfamilienhaus-Bashing“. Über Jahrzehnte hinweg habe man Familien ermöglichen wollen, Wohneigentum aufzubauen. „Mittlerweile dagegen wirken Bauherren wie Feindbilder“, sagt Hannott und fügt an: „Die Baupolitik in Deutschland ist derzeit eine einzige Enttäuschung.“
Längst suchen sich die Fertighaus-Hersteller neue Geschäftsbereiche, etwa den Bau von Gewerbeimmobilien. Nordhaus zum Beispiel baut gerade in seinen Fertigungshallen die Wände und Dachteile für eine Zahnklinik in Krefeld.
Schwörer Haus wiederum, mit 320 Millionen Euro Umsatz und im Normalfall rund 1000 gebauten Häusern pro Jahr einer der größten Anbieter in der Branche, setzt auf sogenannte FlyingSpaces. Das sind Module, aus denen sowohl ein vollwertiges Minihaus als auch Einzelraum-Anbauten oder komplette Geschosse entstehen können. Letztere werden dann in Städten auf bestehende Häuser gesetzt oder auch auf die Dächer von sogenannten Nicht-Wohngebäuden, also zum Beispiel von Supermärkten.
„Nachverdichtung ist ein enorm wichtiges Thema mit großem Potenzial“, sagt Johannes Schwörer, der geschäftsführende Gesellschafter des Mittelständlers von der Schwäbischen Alb. Wie groß, zeigt eine Studie der Technischen Universität Darmstadt und des Pestel-Instituts Hannover.
Danach könnten in Großstädten und Ballungsgebieten rund 1,5 Millionen zusätzliche Wohnungen durch Dach-Aufstockungen entstehen. Im Fokus der Studie standen dabei Wohnraum-Reserven von Mehrfamilienhäusern, die zwischen 1950 und 1990 gebaut wurden. Schwörer beklagt aber auch in diesem Bereich Probleme mit Politik und Verwaltung. „Wir brauchen bessere und schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren“, sagt Schwörer.
Das Kerngeschäft der Fertighaus-Hersteller sieht auch er aktuell stark unter Druck. Der Jahresstart seit der schlechteste in seiner mittlerweile fast 30-jährigen Zeit bei Schwörer gewesen. 2024 hält er nun für entscheidend für die nähere Zukunft der Branche. „Wird es dann nicht besser, kann es durchaus zu Betriebsaufgaben kommen.“
Wieder alle vorkführt -
Mod/RDW
-




