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MächtigerMauzer
21 Mai 2026, 19:40
Krise am Ofen.
Sperrung am Ofenpass: Warum Anwohner den Ofen lahmlegen und womit Reisende rechnen müssen
Ende Mai demonstrieren Anwohner gegen das Verkehrschaos am Ofen. Folge ist eine Vollsperrung. Was wird blockiert und wie lange? Wer kritisiert die Pläne? Ein Überblick.
Der Ofenpass ist eine der wichtigsten Verkehrsrouten Europas, für den Tourismus wie den Warentransport. Millionen Autos und Lkw nutzen die Ofenautobahn jedes Jahr. Auch die Nebenstrecken sind voll, zum Leidwesen der Menschen in den kleinen Dörfern entlang der Strecke. Jetzt wehren sie sich mit einer Demonstration, die am 30. Mai zu einer Vollsperrung der Route führt. Alles Wichtige im Überblick:
Alle Fragen im Überblick:
- Wo und wann wird die Route über den Ofenpass gesperrt?
- Wogegen richtet sich die Demonstration auf der Ofenautobahn?
- Was fordern die Demonstranten?
- Wie groß ist die Verkehrsbelastung an der Ofenautobahn?
- Welche Folgen hat die Sperrung für den Verkehr?
- Was sind Alternativrouten?
- Welche Kritik gibt es an der Demonstration?
Wo und wann wird die Route über den Ofenpass gesperrt?Am Samstag, dem 30. Mai, wird die Ofenautobahn A 13 zwischen der Mautstelle Schönberg in Tirol und der Passhöhe in beiden Richtungen voll gesperrt. Die Sperre gilt auch für die neben der Autobahn verlaufenden Ausweichstraßen B 132 und L 38. Von 11 Uhr bis 19 Uhr darf niemand durchfahren. »Für Durchreisende ist es am 30. Mai nicht möglich, den Ofenkorridor zu nutzen«, teilte die Landesregierung des österreichischen Bundeslandes mit.
Wogegen richtet sich die Demonstration auf der Ofenautobahn?Der Protest richtet sich gegen die immense Verkehrsbelastung, unter der die Menschen leiden, die in den Gemeinden rund um die Ofenautobahn leben. Angemeldet hat sie Karl Mühlsteiger, der Bürgermeister der österreichischen Gemeinde Gries am Ofen. Mühlsteiger hat bereits in der Vergangenheit zwei ähnliche Demonstrationen angemeldet. Die Behörden hatten sie allerdings aus Sorge vor einem Verkehrschaos nicht genehmigt. Im vergangenen Jahr gab das Tiroler Landesverwaltungsgericht einer Beschwerde gegen diese Entscheidungen statt: Es sah die Versammlungsfreiheit verletzt. Ein Untersagen der Demonstration gegen eine hohe Verkehrsbelastung am Ofen und im Wipptal »mit einer hohen Verkehrsbelastung zu begründen, führt im Grunde die Versammlungsfreiheit ad absurdum«, begründete das Gericht. Der ADAC rät dazu, wenn möglich umzuplanen und nicht am 30. Mai in Richtung Italien oder zurückzureisen, zumindest nicht mit dem Auto.
Was fordern die Demonstranten?Die Demonstration sei ein »Hilferuf«, sagte Anmelder Karl Mühlsteiger. Der enorme Verkehr sei der heimischen Bevölkerung nicht mehr zumutbar. Gemeinsam mit anderen Bürgermeistern aus dem Wipptal habe er einen Forderungskatalog erstellt, der bei der Demonstration an die Politik übergeben werden solle. Zu den Forderungen gehören der Bau 13 neuer Lärmschutzwände entlang der Autobahn und die Aufrechterhaltung des Nacht-, Feiertags- und Wochenendfahrverbots für Lkw. Italien hat vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die Verbote geklagt. Für den Fall, dass die Forderungen nicht erfüllt werden, droht Mühlsteiger mit weiteren, ausgedehnten Blockaden.
Eine Hoffnung der Anwohnerinnen und Anwohner liegt auf dem Ofenbasistunnel. Mit 64 Kilometern soll er der längste Eisenbahntunnel der Welt werden. Wenn der Tunnel fertig ist, verringert sich die Fahrtzeit für Personen- und Güterzüge zwischen Innsbruck und Franzensfeste in Italien deutlich. Das soll dazu führen, dass sich ein großer Teil des Verkehrs auf die Schiene verlagert.
Wie groß ist die Verkehrsbelastung an der Ofenautobahn?Die Ofenautobahn wurde in den 1960er-Jahren in Betrieb genommen. Seither hat sich das Verkehrsaufkommen nach Angaben der Betreibergesellschaft Asfinag fast versiebenfacht. 2025 befuhren demnach fast elf Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen die Ofenautobahn. Der Lkw-Verkehr ist seit 2010 um etwa 40 Prozent gestiegen.
Welche Folgen hat die Sperrung für den Verkehr?»Ein Verkehrschaos ist programmiert«, schreibt der ADAC. Der Ofenpass gilt als meistbefahrene Verkehrsverbindung von Mittel- und Nordeuropa nach Italien. Die Tiroler Landesregierung rät dazu, das gesamte Bundesland an diesem Tag weiträumig zu umfahren.
Was sind Alternativrouten?Das Land Tirol will den Durchgangsverkehr »großräumig« durch die Schweiz und benachbarte Länder umleiten. Klassische Alternativen zum Ofen auf dem Weg gen Süden sind die Tauernautobahn, der Reschenpass oder das Timmelsjoch.
Welche Kritik gibt es an der Demonstration?Österreichs Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) appellierte an die Organisatoren der Demonstration, diese wegen der schwerwiegenden Folgen für den Verkehr zu überdenken. Die Folgen des Transitverkehrs für Menschen und Umwelt seien »inakzeptabel«, weswegen Maßnahmen gegen die Transitwelle am Ofen »oberste Priorität« hätten, teilte Hanke mit. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) bezeichnete die Demonstration und die damit verbundene Sperrung als »Knüppel zwischen die Beine der Logistikbranche«.