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ProfHase
4 Feb. 2026, 22:11
Zitat von: Mitfahrer
Neue tolle Lebenserfahrung:
Aufgrund der Bürgermeisterwahl in Altenberg habe ich mich mit einem Kumpel unterhalten bzw. hat er mich bei Whatsapp angeschrieben und meinte nur, dass er nicht fassen kann, wieso die AFD dort gewinnt und wieso die Partei generell so im Aufwind ist. Als ich dann meinte, dass ich es verstehen kann, weil ein Teil der anderen Parteien bei der Bürgermeisterwahl gar nicht erst angetreten sind und die "etablierten" Parteien einfach die letzen Male komplett reingeschissen haben, kam nur zurück, dass ich mit Nazis sympathisieren würde.
Als ich dann noch geschrieben hatte, dass ich verstehen kann, dass die AFD so an zuspruch gewinnt, da sich bei der Migration so absolut gar nichts tut, hatte er leider komplett Schaum vor dem Mund. Ich durfte mir in dutzenden Sprachnachrichten anhören, was ich doch für ein schlechter Mensch sei, dass die, die hier ankommen, alle ein Recht auf ein besseres Leben hätten und ich anscheinend auf Menschenrechte nichts geben würde.
Ich habe dann versucht, ihm klarzumachen, dass wir damals im Sommer nicht mehr ins Freibad der Stadt gegangen sind, sondern mit dem Auto extra ne Stunde ins Umland zum Baden gefahren sind, weil wir keinen Bock auf die Kanacken hatten. Oder wir in der Grund- und Oberschule uns von denen ferngehalten hatten, weil es nur Stress mit denen gab und dass sich das nun im Wahlverhalten widerspiegelt, da die Leute keinen Bock mehr auf kulturelle Bereicherung haben. Daraufhin kam nur das Übliche, dass man dann doch aber keine Nazis wählen kann, die keine Lösungen anbieten usw.. Als ich dann meinte, dass die Altparteien ebenfalls keine Lösungen anbieten und sich nicht mal trauen, das Problem anzusprechen, eskalierte es komplett. Er drohte mir damit, unsere Freundschaft (seit mehr als 20 Jahren wohlgemerkt) zu kündigen, wenn ich mein "Fehler" nicht einsehen würde. Jap...wegen Kanacken 20 Jahre Freundschaft beenden.
Mir reichte es komplett und ich habe nur geantwortet, dass es etwas komisch sei, dass er zu seiner Studienzeit in Berlin Neukölln gewohnt hatte, dann aber nach der Studienzeit nach fucking Berlin Grunewald gezogen ist, weil dort nicht so viele "Assis" herumlaufen und ob er dabei irgendwie Parallelen zu unserer damaligen Flucht vor Kanacken ins Umland sehen könne. Die Antwort war natürlich, dass man das nicht miteinander vergleichen kann, denn schließlich haben seine Eltern dort ein paar Grundstücke und ihm würde es dort auch gar nicht so gefallen, aber seiner Freundin total. Seine Freundin hat er in Berlin Neukölln kennengelernt und ist Mitglied bei den Linken. Seit dem er die Olle hat ist er auch so super tolerant und weltoffen geworden. Und erst seit dem ist das Thema MIgration so "heikel" gewesen.
Jedenfalls ist das die Geschichte, wie ich dank einer fucking Bürgermeisterwahl in irgendeinem Dreckskaff einen Kumpel verloren habe, den ich seit über 20 Jahren kannte. Das liest sich vielleicht ganz witzig, aber dass die Freundschaft vorbei ist, trifft mich wirklich hart. Vor allem, weil es so ultra sinnlos ist. Ein herzliches Danke geht an seine linke Fotzenolle.
Das glaube ich dir gerne.
Ne, hab das auch schon durch.
Update: Wir reden noch miteinander und haben auch das gemeinsame Wanderwochenende gemacht. Das Thema kam währenddessen natürlich wieder zur Sprache. Genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr. Er hat wohl akzeptiert, dass ich kein AfD-Ultra bin, sondern dass die für mich das kleinste Übel im Parteienspektrum über 5% sind. Ist ja auch wirklich so
Zitat von: ProfHase
Mir hat auch ein guter Kumpel quasi die Freundschaft gekündigt. Kennen uns 25 Jahre, sehen uns aber nur 2-3x im Jahr. Vor 7-8 Wochen waren wir zusammen unterwegs, da rantete er über die Landtagswahl in Hessen ab und darüber wie stark die AfD in unserer Gemeinde wurde. Er fragte rhetorisch "Wer wählt die?", ich antworte "Ich habe sie gewählt".
Sonntag wollten wir telefonieren, weil wir uns damals verständigt hatten über Ostern zusammen wandern zu gehen. Nach der Planung meinte er, dass er noch ein schwieriges Thema ansprechen muss, ob ich das damals Ernst gemeint hätte mit der Wahl der AfD. Haben uns dann anderthalb Stunden unterhalten, relativ sachlich, aber auf einen gemeinsamen Nenner sind wir nicht gekommen. Was soll man auf den Vorwurf "Das ist eine Nazi-Partei! Du wählst Nazis!" erwidern? Haben die typischen Talking-Points durchexerziert. Höcke, Migration, Asyl, Fachkräfte, Islam, Gendern, Orban, Trump, EU, Ukraine.
Fazit war, dass er darüber nachdenken muss und sich nicht sicher ist, ob er mit mir zusammen in den Urlaub kann. Er habe schon mit anderen Leuten diesbezüglich den Kontakt abgebrochen, auch einem Verwandten, aber mit keinem war er so eng wie mit mir.