Zitat von: FickDichWinkler
Wie kann er obdachlos sein, wenn er im Hotel pennt? Wie kann er mittellos sein, wenn er sich mehrere Liter Bier ballert, raucht und dort an den Ständen Sachen unternimmt?
All das ist doch das exakte Gegenteil von obdachlos und mittellos.
Den inneren Widerspruch im Text selbst von »Seine Kanäle sind weg, damit ist er quasi mittellos. Gestern hat er seine letzte Auszahlung bekommen.« (frei wiedergegeben) habe ich an anderer Stelle bereits bemängelt. Natürlich kann man nicht mittellos sein und sich trotzdem in teure Hotels einquartieren, Zigaretten paffen und auf der Kerwa eine Mordsgaudi haben[1]. Das ist aber weniger ein Logikfehler an sich, als Jules Unfähigkeit ihre Gedanken nachvollziehbar auf Papier zu bringen. Was sie offensichtlich meinte, nicht jedoch schrieb, war, dass er ab diesem Zeitpunkt keine feste Einnahmequelle mehr besitzt und es somit mittelfristig auf Mittellosigkeit hinauslaufen wird, denn Geld ist einfach irgendwann weg, wenn kein neues dazukommt. Bei weiteren Fragen diesbezüglich meldet euch doch gerne beim
Weiterhin kann man mangelnde Recherche und unterlassene kritische Nachfragen bemängeln, denn anscheinend wurde nicht konsequent nach den Besitzverhältnissen gehakt. Das hätte aber ehrlich gesagt auch keinen echten Mehrwert ergeben, denn:
- Ruiner kann doch nachgewiesenermaßen eh nicht mit Zahlen umgehen, geschweige denn sie überhaupt richtig lesen.
- Die einzige Quelle dazu wäre er selbst gewesen und die lässt sich nur schwer falsifizieren (dazu müsste er freiwillig Kontoauszüge vorlegen und selbst dann wäre die Frage im Raum, ob er Geld nicht anderweitig gebunkert hat), ist gleichzeitig aber auch nachweislich unzuverlässig.
Die Formulierung, dass er »Bereits eine Nacht draußen geschlafen hat und es für die nächsten Tage nicht besser aussieht.« (ebenso frei) kann ich dementsprechend nicht bemängeln.
Zur Kerwa-Sache: das ist, wie andere bereits erwähnten, eine Veranstaltung, zu der man geht, um zu sehen und gesehen zu werden. Wenn man eine gewisse Bekanntheit genießt (oder verflucht), dann wird man sowieso gerne zu allen möglichen Sachen eingeladen und kann sich fettfressen, dichtsaufen und Schummelbuden abklappern. Klar, das gilt in erster Linie für sympathische Personen. Aber auch für Нurensöhne, wie Reiner, finden sich Kinder, die aufgeregt »Schau mal, der dicke Drache!« rufen und seine Konsumsucht unterstützen, weil sie irgendwann mal etwas über ihn aufgeschnappt haben und es ja fol lustik ist , er niemandem etwas getan hat und so. Der kann sich da problemlos durchschmarotzen, wenn er nur Bauernopfer findet. Leider.
[1] Wobei, kann man schon, später mehr dazu. Dieser Beitrag wurde von rdbrschf am 27.08.2022 13:16:19 bearbeitet.




