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Arbeiten und Lohnsklaverei

  • #2821 Mœtorradhaider 30 Okt. 2023, 16:45

    Zitat von: Sportsfreund98

    Ich war immer über alle Maßen ehrgeizig.
    In der Schule noch nicht so (zu jung) aber im Studium dann.
    Ich habe zwei Studiengänge parallel studiert. Mit sehr guten Noten. Und dutzende sinnvolle Praktikas usw. gemacht. Außeruniversitäres Engagement. Gehörte zu den Top 5 Absolventen. Habe dann jahrelang in der Beratung gearbeitet, 80-90 Stunden pro Woche. Habe entsprechend auch schnell Karriere gemacht. Dann bin ich in ein normales Unternehmen gewechselt und bin da jedes Jahr eine Stufe nach oben befördert worden. Vor ein paar Monaten bin ich (dort) ganz oben angekommen. Geschäftsführer mit 34 Jahren. Hat natürlich nichts mit einem DAX-CEO zu tun. Das Unternehmen hat nur ein paar hundert Mitarbeiter, aufgrund seiner Tätigkeit aber trotzdem eine gewisse Relevanz. Mein Gehalt hat sich mit diesem Schritt auf einen Schlag stark erhöht. Ich hab einen Sprung von 150k auf 250k gemacht. Wenn es gut läuft kann ich aufgrund vom Bonus auch 350k im Jahr verdienen.

    Warum schreibe ich das alles: Weil ich nicht mehr lange kann. Ich bin jetzt an dem Punkt angekommen an dem der Druck zu hoch ist. Zum ersten Mal in meinem Leben. Davor wollte ich immer mehr. Jetzt hab ich zum ersten Mal zu viel. Ich habe vor ein paar Wochen die Wachstumsstrategie erarbeitet und durchgeboxt. Alleine das war schon maximal erschöpfend und es ist ja lediglich die Strategie! Die eigentliche Arbeit kommt ja jetzt erst. Jetzt muss / sollte dieses Wachstum kommen und es gibt niemanden, dem ich die Schuld dafür geben kann wenn es das nicht tut, denn es ist meine Strategie und ich habe volles Durchgriffsrecht und muss überwachen dass sie so umgesetzt wird, dass es funktioniert. Ich muss als ultimativ verantwortlicher die schweren Personalentscheidungen treffen, die mir weh tun. Das bedeutet: Leute entlassen, die irgendjemand anderes falsch eingestellt hat und die überhaupt nicht funktionieren, weil die Führungskraft sie nicht richtig aufgesetzt hat oder weil sie von ihren Persönlichkeiten her einfach nicht passen. Ich will solche Leute nicht entlassen, weil das nicht meinen Werten entspricht. Ich kann bei den wenigsten Eigenverschulden erkennen. Ich muss sie aber trotzdem entlassen, weil mein eigenes Standing nicht hoch genug ist um mit sowas durchzukommen. Dem Aufsichtsrat fallen solche Dinge auf. Die achten auf sowas. Wenn ich nicht aufräume, wird man mir das als Führungsschwäche auslegen. Alternativ könnte ich die Leute in ein Spezialteam bündeln und selbst managen, in der Hoffnung dass sie dann funktionieren, aber dafür fehlt mir die Zeit und Energie. Ich muss auf irgendwelche bescheuerten Veranstaltungen und Reden halten, mich zum Affen machen. Immer wenn irgendwas nicht funktioniert bin ich ultimativ dafür verantwortlich. Ich muss in jedem scheiss Meeting zuhören, weil ich auch ständig angesprochen werde.

    Ganz vernünftig würde man wohl sagen: Halt es 1,5-2 Jahre durch für den Lebenslauf und dann hau ab. Aber ich weiß nichtmal ob ich das schaffe. Ich träume von einem Job mit klar definierter Verantwortung und ohne Personalverantwortung. Natürlich wird das dann schlechter bezahlt, klar. Kein Problem. Mir reichen 120k im Jahr absolut. Aber sowas zu bekommen ist für mich sau schwer. Jeder Recrutier der meinen Lebenslauf sieht sortiert mich sofort aus, weil "zu teuer". Und wenn ich proaktiv sage dass ich absolut bereit bin ein normales Gehalt zu beziehen, dann wird natürlich trotzdem jeder misstrauisch, weil man dann fragt: "oh, hatte der einen Burnout? Warum gibt man das denn auf? Ist da was vorgefallen? Hat der geklaut?". Und selbst wenn man da durchkommt: Kein Abteilungsleiter hat Bock auf Leute die sagen: "Mein alter Job war mir zu stressig". Das verstehe ich auch. Würde ich auch nicht wollen. Schon garnicht einer, der spielend das Potential hat mir den eigenen Job streitig zu machen.

    Ich habe leider keine Abfindung in meinem Vertrag. Meine Geschäftsführerbestellung ist so gestrickt, dass mein bisheriger Arbeitsvertrag ruht, während ich als Organ bestellt bin. Das bedeutet: Wenn ich irgendwann rausgeworfen würde, würde ich automatisch zurückfallen in den bisherigen Arbeitsvertrag. Üblich ist eigentlich, dass man 3-Jahresverträge hat, die dann auch im Zweifel einfach nicht verlängert werden oder wo man eine Abfindung bekommt, wenn es vorher auseinander geht. Das wäre mir viel lieber, aber ist jetzt halt nicht so.

    Also: Was tun? Im Moment hangel ich mich von Milestone zu Milestone. Das ist brutal anstrengend, und ich hab im Unterbewusstsein den Eindruck als hänge ein Dämoklesschwert über mir, dass jeder Zeit runterrauschen kann. Vielleicht wenn im Januar die Zahlen nicht mehr stimmen. Oder irgendein rechtliches Thema über das ich stolpere. Ich denke wenn das passieren sollte, dann sollte ich einen harten Cut vollziehen, mich rauswerfen lassen und dann Arbeitslosengeld beziehen und in Ruhe einen Job finden, der so ist wie oben genannt.
    Ja

  • #2822 rauchmeddler 30 Okt. 2023, 19:35

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  • #2823 Makros 30 Okt. 2023, 22:36

    Zitat von: Sportsfreund98

    Ja schönen Dank auch ihr dummen wichser.
    Ich mag deine Geschichten, aber bitte du kannst sie mehr Aufpeppen damit es Spannender wird.
    Wie wäre es nach dem du die Wachstumsstrategie ausgearbeitet hast, die geile Sekretärin die Geile vernascht hast, einen Drachen getötet oder Rainer W. dass Lesen beigebracht, etwas mehr Würze bitte.

  • #2824 King Belau 30 Okt. 2023, 23:26

    Zitat von: Sportsfreund98

    Ich war immer über alle Maßen ehrgeizig.
    In der Schule noch nicht so (zu jung) aber im Studium dann.
    Ich habe zwei Studiengänge parallel studiert. Mit sehr guten Noten. Und dutzende sinnvolle Praktikas usw. gemacht. Außeruniversitäres Engagement. Gehörte zu den Top 5 Absolventen. Habe dann jahrelang in der Beratung gearbeitet, 80-90 Stunden pro Woche. Habe entsprechend auch schnell Karriere gemacht. Dann bin ich in ein normales Unternehmen gewechselt und bin da jedes Jahr eine Stufe nach oben befördert worden. Vor ein paar Monaten bin ich (dort) ganz oben angekommen. Geschäftsführer mit 34 Jahren. Hat natürlich nichts mit einem DAX-CEO zu tun. Das Unternehmen hat nur ein paar hundert Mitarbeiter, aufgrund seiner Tätigkeit aber trotzdem eine gewisse Relevanz. Mein Gehalt hat sich mit diesem Schritt auf einen Schlag stark erhöht. Ich hab einen Sprung von 150k auf 250k gemacht. Wenn es gut läuft kann ich aufgrund vom Bonus auch 350k im Jahr verdienen.

    Warum schreibe ich das alles: Weil ich nicht mehr lange kann. Ich bin jetzt an dem Punkt angekommen an dem der Druck zu hoch ist. Zum ersten Mal in meinem Leben. Davor wollte ich immer mehr. Jetzt hab ich zum ersten Mal zu viel. Ich habe vor ein paar Wochen die Wachstumsstrategie erarbeitet und durchgeboxt. Alleine das war schon maximal erschöpfend und es ist ja lediglich die Strategie! Die eigentliche Arbeit kommt ja jetzt erst. Jetzt muss / sollte dieses Wachstum kommen und es gibt niemanden, dem ich die Schuld dafür geben kann wenn es das nicht tut, denn es ist meine Strategie und ich habe volles Durchgriffsrecht und muss überwachen dass sie so umgesetzt wird, dass es funktioniert. Ich muss als ultimativ verantwortlicher die schweren Personalentscheidungen treffen, die mir weh tun. Das bedeutet: Leute entlassen, die irgendjemand anderes falsch eingestellt hat und die überhaupt nicht funktionieren, weil die Führungskraft sie nicht richtig aufgesetzt hat oder weil sie von ihren Persönlichkeiten her einfach nicht passen. Ich will solche Leute nicht entlassen, weil das nicht meinen Werten entspricht. Ich kann bei den wenigsten Eigenverschulden erkennen. Ich muss sie aber trotzdem entlassen, weil mein eigenes Standing nicht hoch genug ist um mit sowas durchzukommen. Dem Aufsichtsrat fallen solche Dinge auf. Die achten auf sowas. Wenn ich nicht aufräume, wird man mir das als Führungsschwäche auslegen. Alternativ könnte ich die Leute in ein Spezialteam bündeln und selbst managen, in der Hoffnung dass sie dann funktionieren, aber dafür fehlt mir die Zeit und Energie. Ich muss auf irgendwelche bescheuerten Veranstaltungen und Reden halten, mich zum Affen machen. Immer wenn irgendwas nicht funktioniert bin ich ultimativ dafür verantwortlich. Ich muss in jedem scheiss Meeting zuhören, weil ich auch ständig angesprochen werde.

    Ganz vernünftig würde man wohl sagen: Halt es 1,5-2 Jahre durch für den Lebenslauf und dann hau ab. Aber ich weiß nichtmal ob ich das schaffe. Ich träume von einem Job mit klar definierter Verantwortung und ohne Personalverantwortung. Natürlich wird das dann schlechter bezahlt, klar. Kein Problem. Mir reichen 120k im Jahr absolut. Aber sowas zu bekommen ist für mich sau schwer. Jeder Recrutier der meinen Lebenslauf sieht sortiert mich sofort aus, weil "zu teuer". Und wenn ich proaktiv sage dass ich absolut bereit bin ein normales Gehalt zu beziehen, dann wird natürlich trotzdem jeder misstrauisch, weil man dann fragt: "oh, hatte der einen Burnout? Warum gibt man das denn auf? Ist da was vorgefallen? Hat der geklaut?". Und selbst wenn man da durchkommt: Kein Abteilungsleiter hat Bock auf Leute die sagen: "Mein alter Job war mir zu stressig". Das verstehe ich auch. Würde ich auch nicht wollen. Schon garnicht einer, der spielend das Potential hat mir den eigenen Job streitig zu machen.

    Ich habe leider keine Abfindung in meinem Vertrag. Meine Geschäftsführerbestellung ist so gestrickt, dass mein bisheriger Arbeitsvertrag ruht, während ich als Organ bestellt bin. Das bedeutet: Wenn ich irgendwann rausgeworfen würde, würde ich automatisch zurückfallen in den bisherigen Arbeitsvertrag. Üblich ist eigentlich, dass man 3-Jahresverträge hat, die dann auch im Zweifel einfach nicht verlängert werden oder wo man eine Abfindung bekommt, wenn es vorher auseinander geht. Das wäre mir viel lieber, aber ist jetzt halt nicht so.

    Also: Was tun? Im Moment hangel ich mich von Milestone zu Milestone. Das ist brutal anstrengend, und ich hab im Unterbewusstsein den Eindruck als hänge ein Dämoklesschwert über mir, dass jeder Zeit runterrauschen kann. Vielleicht wenn im Januar die Zahlen nicht mehr stimmen. Oder irgendein rechtliches Thema über das ich stolpere. Ich denke wenn das passieren sollte, dann sollte ich einen harten Cut vollziehen, mich rauswerfen lassen und dann Arbeitslosengeld beziehen und in Ruhe einen Job finden, der so ist wie oben genannt.
    An deiner Stelle würde versuchen bis 40 durchzuhalten und dann hast du ausgesorgt. Die Kohle in ETFs oder Immos stecken das wars dann. Dann stehst du mit 40 noch gut im Saft und musst nicht mehr viel arbeiten.

  • #2825 Gelöschtes Mitglied 98 30 Okt. 2023, 23:37

    Zitat von: Makros

    Ich mag deine Geschichten, aber bitte du kannst sie mehr Aufpeppen damit es Spannender wird.
    Wie wäre es nach dem du die Wachstumsstrategie ausgearbeitet hast, die geile Sekretärin die Geile vernascht hast, einen Drachen getötet oder Rainer W. dass Lesen beigebracht, etwas mehr Würze bitte.

    Aber "Wachstumsstrategie ausgearbeitet" klingt schon ziemlich dick, das musst du zugeben. Davon abgesehen habe ich die Wachstumsstrategie nicht nur ausgearbeitet, das war der einfache Part. Der schwere Teil bestand darin 15 teils völlig unterschiedlich motivierte Abteilungsleiter davon zu überzeugen, dass sie dieser Strategie jetzt folgen müssen. Ich sag euch, das war wirklich schwer. Das ist auch logisch, dass das schwer war, denn diese Abteilungsleiter sind halt nicht so wie ich. Wenn die denken würden wie ich, dann wäre das mit 60 Minuten Präsentation erledigt gewesen und alle wären überzeugt. Aber in der Realität in einem kleinerem Unternehmen sind die Abteilungsleiter halt Leute, die manchmal in der Position sind, weil sie fähige Manager sind. Manchmal aber auch weil sie gute Fachleute sind. Manche von denen sind über 50 und haben, wenn sie ehrlich antworten dürften, eigentlich gar keinen Bock auf Wachstum. Andere hassen mich insgeheim und alles was von mir kommt. Ich habe mehrere Runden gebraucht, hat sich über 4 Wochen hingezogen. Und dazwischen habe ich mit allen Abweichlern, auf deren Gesichtern ich im Präsentationstermin Widerstand gesehen habe Einzelgespräche geführt, um die gröbsten Themen auszumerzen und ihnen klarzumachen dass sie gefälligst mitziehen sollen. Alles nur um dann irgendwann in einem Meeting den feierlichen Moment zu haben an dem alle sagen "Ja, ich finde das gut".

    Na jedenfalls habe ich was gelernt in dem Prozess. Das gebe ich euch ja auch immer gerne weiter, so wie meine Erkenntnisse im Umgang mit Frauen: Bei sowas, wenn du so heterogene Stakeholder hast, sind 2000€ für einen ordentlichen Workshop gut angelegtes Geld. Hätte ich so machen sollen. Jedes größere Unternehmen hat Coaches mit denen sie immer wieder zusammenarbeiten. Ich hätte einem unserer Coaches einfach sagen müssen: "Das ist die Strategie, ich will dass du einen Prozess aufsetzt und durchführst an dessen Ende alle den Eindruck haben sie hätten ihre Meinung äußern können, aber am Ende halt durch Gruppenzwang-Mechanismen alle freudig mitziehen".

  • Mod/RDW
    #2826 ProfHase 30 Okt. 2023, 23:50

    Zitat von: Sportsfreund98

    Habe dann jahrelang in der Beratung gearbeitet, 80-90 Stunden pro Woche.
    Aller, wie geht das? Arbeite aktuell Projekt-bedingt die letzten Wochen 50 Stunden die Woche und habe die Schnauze voll.

    Hat schon seinen Grund, dass es Arbeitszeitgesetze gibt.

  • #2827 GеIöschtеs Mitglied 40210 30 Okt. 2023, 23:53

    Oh cool, kann man also die nächsten Wochen noch trollen?

  • Mod/RDW
    #2828 ProfHase 30 Okt. 2023, 23:58

    Gedrolld wird ned

  • #2829 Gelöschtes Mitglied 98 31 Okt. 2023, 00:00

    Zitat von: King Belau

    An deiner Stelle würde versuchen bis 40 durchzuhalten und dann hast du ausgesorgt. Die Kohle in ETFs oder Immos stecken das wars dann. Dann stehst du mit 40 noch gut im Saft und musst nicht mehr viel arbeiten.

    Ne, das geht nicht auf und ich ticke so auch nicht. Das ist ja das gemeine. Ich hab knapp 7.000€ netto monatlich und einmal im Jahr kommen zwischen 20 und 100.000 Euro netto Bonus. Realistisch sind 50.000€ netto, also 100.000€ Brutto. Vom Fixgehalt gebe ich 5000€ aus. Ich wohne in einer angemessenen Wohnung, fahre einen Porsche und lege viel Wert auf qualitativ hochwertige Kleidung. Meine Hemden kosten z.B. 170€-200€ pro Stück und ich kaufe davon pro Jahr 10 neue, weil die nach x-Mal waschen einfach nicht mehr repräsentativ aussehen. Bleiben also 2.000€ die ich sparen könnte. Macht pro Jahr also 75.000€ die ich zurücklegen könnte. Wenn ich bis 40 durchhalte hätte ich also gut 500.000€ gespart, von mir aus 600.000€ wenn es gut angelegt wird. Und das reicht bei weitem nicht. Die Wohnung in der ich zur Miete wohne würde sicher an die 3 Mio. kosten, wenn ich sie kaufen wollen würde. Ich müsste also meinen Lebensstandard signifikant reduzieren. Was ich grundsätzlich nicht ausschließe, aber mit 600k komm ich nicht weit. Sagen wir mal ich kaufe mir am absoluten AdW im Osten für 400k ein Haus - was soll ich dann arbeiten? Die verbleibenden 200k werden wohl kaum reichen bis zur Rente inkl. Hausreperaturen usw. Ich hab noch 200k so gespart, aber auch dann reicht es nicht.

    Ich bin realistisch. Ich verdiene zu viel um mich als arm bezeichnen zu können, aber bei weitem nicht genug um einen Zustand erreichen zu können an dem ich ausgesorgt habe. Das ist auch eine Sache die ich mir vorwerfe. Es war ja vor 5 Jahren absehbar dass ich auf so einen Zustand wie jetzt zusteuere. Ich würde es anders machen, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte. Ich weiß zwar nicht wie, aber ich würde den Weg nicht mehr gehen.

  • Mod/RDW
    #2830 ProfHase 31 Okt. 2023, 00:02

    Noch nie über mein Hemdenbudget nachgedacht

  • #2831 Gelöschtes Mitglied 98 31 Okt. 2023, 00:09

    Zitat von: ProfHase

    Aller, wie geht das? Arbeite aktuell Projekt-bedingt die letzten Wochen 50 Stunden die Woche und habe die Schnauze voll.

    Hat schon seinen Grund, dass es Arbeitszeitgesetze gibt.

    Das geht in den richtigen Strukturen und wenn man 25 ist. Es war für uns in den Junior-Jahren in den heißen Phasen normal von 8 bis 22:00 Uhr im Büro zu sein. Da hat man dann nicht durchgängig gearbeitet, aber der Gruppenzwang hat es einem verboten als erster nach Hause zu gehen. Und es war auch selbstverständlich dass man am Samstag oder Sonntag die Präsentation für Montag "schnell fertig gemacht hat" und gerade dieses Folien basteln dauert ewig, wenn es gut werden soll. Aber es war nicht jede Woche so viel. Und das hat auch keiner länger als 2-3 Jahre durchgehalten. Das ist halt die Anfangszeit, wo man sich als Newbie beweisen muss. Später würde keiner mehr so viel arbeiten. Nichtmal die Partner.

    Würde ich heute definitiv auch nicht mehr hinbekommen. Ich hab heute mehr Freiheit wie ich meinen Arbeitstag gestalte, wenn Termine abgesagt werden und ich keinen Bock habe kann ich auch einen Tag mal garnicht arbeiten. Was einen kaputt macht ist dieses always-on Ding. Und bei uns ist auch so gut wie nie Ruhe. Es findet permanent irgendeine Art von Krisenkommunikation statt. Vielleicht mal an Heiligabend und Silvester nicht. Aber sonst immer. Auch wenn ich theoretisch Urlaub habe und selbstverständlich am Wochenende.

  • #2832 Hinterlader2 31 Okt. 2023, 00:21

    Der dümmste Scheiß den ich jemals lesen durfte. Da hat ja mal einer (Hallo Sportsfreund98) garkeine Ahnung vom GF Dasein.

  • #2833 Gelöschtes Mitglied 98 31 Okt. 2023, 00:22

    Zitat von: Hinterlader2

    Der dümmste Scheiß den ich jemals lesen durfte. Da hat ja mal einer (Hallo Sportsfreund98) garkeine Ahnung vom GF Dasein.

    Jaja und als nächstes sagst du mir ich hätte auch keine Ahnung von Frauen und noch nie gebumst und alle meine Gesichten seien nur ausgedacht.

  • #2834 pollo👍 31 Okt. 2023, 06:58

    Zitat von: Sportsfreund98

    Ich war immer über alle Maßen ehrgeizig.
    In der Schule noch nicht so (zu jung) aber im Studium dann.
    Ich habe zwei Studiengänge parallel studiert. Mit sehr guten Noten. Und dutzende sinnvolle Praktikas usw. gemacht. Außeruniversitäres Engagement. Gehörte zu den Top 5 Absolventen. Habe dann jahrelang in der Beratung gearbeitet, 80-90 Stunden pro Woche. Habe entsprechend auch schnell Karriere gemacht. Dann bin ich in ein normales Unternehmen gewechselt und bin da jedes Jahr eine Stufe nach oben befördert worden. Vor ein paar Monaten bin ich (dort) ganz oben angekommen. Geschäftsführer mit 34 Jahren. Hat natürlich nichts mit einem DAX-CEO zu tun. Das Unternehmen hat nur ein paar hundert Mitarbeiter, aufgrund seiner Tätigkeit aber trotzdem eine gewisse Relevanz. Mein Gehalt hat sich mit diesem Schritt auf einen Schlag stark erhöht. Ich hab einen Sprung von 150k auf 250k gemacht. Wenn es gut läuft kann ich aufgrund vom Bonus auch 350k im Jahr verdienen.

    Warum schreibe ich das alles: Weil ich nicht mehr lange kann. Ich bin jetzt an dem Punkt angekommen an dem der Druck zu hoch ist. Zum ersten Mal in meinem Leben. Davor wollte ich immer mehr. Jetzt hab ich zum ersten Mal zu viel. Ich habe vor ein paar Wochen die Wachstumsstrategie erarbeitet und durchgeboxt. Alleine das war schon maximal erschöpfend und es ist ja lediglich die Strategie! Die eigentliche Arbeit kommt ja jetzt erst. Jetzt muss / sollte dieses Wachstum kommen und es gibt niemanden, dem ich die Schuld dafür geben kann wenn es das nicht tut, denn es ist meine Strategie und ich habe volles Durchgriffsrecht und muss überwachen dass sie so umgesetzt wird, dass es funktioniert. Ich muss als ultimativ verantwortlicher die schweren Personalentscheidungen treffen, die mir weh tun. Das bedeutet: Leute entlassen, die irgendjemand anderes falsch eingestellt hat und die überhaupt nicht funktionieren, weil die Führungskraft sie nicht richtig aufgesetzt hat oder weil sie von ihren Persönlichkeiten her einfach nicht passen. Ich will solche Leute nicht entlassen, weil das nicht meinen Werten entspricht. Ich kann bei den wenigsten Eigenverschulden erkennen. Ich muss sie aber trotzdem entlassen, weil mein eigenes Standing nicht hoch genug ist um mit sowas durchzukommen. Dem Aufsichtsrat fallen solche Dinge auf. Die achten auf sowas. Wenn ich nicht aufräume, wird man mir das als Führungsschwäche auslegen. Alternativ könnte ich die Leute in ein Spezialteam bündeln und selbst managen, in der Hoffnung dass sie dann funktionieren, aber dafür fehlt mir die Zeit und Energie. Ich muss auf irgendwelche bescheuerten Veranstaltungen und Reden halten, mich zum Affen machen. Immer wenn irgendwas nicht funktioniert bin ich ultimativ dafür verantwortlich. Ich muss in jedem scheiss Meeting zuhören, weil ich auch ständig angesprochen werde.

    Ganz vernünftig würde man wohl sagen: Halt es 1,5-2 Jahre durch für den Lebenslauf und dann hau ab. Aber ich weiß nichtmal ob ich das schaffe. Ich träume von einem Job mit klar definierter Verantwortung und ohne Personalverantwortung. Natürlich wird das dann schlechter bezahlt, klar. Kein Problem. Mir reichen 120k im Jahr absolut. Aber sowas zu bekommen ist für mich sau schwer. Jeder Recrutier der meinen Lebenslauf sieht sortiert mich sofort aus, weil "zu teuer". Und wenn ich proaktiv sage dass ich absolut bereit bin ein normales Gehalt zu beziehen, dann wird natürlich trotzdem jeder misstrauisch, weil man dann fragt: "oh, hatte der einen Burnout? Warum gibt man das denn auf? Ist da was vorgefallen? Hat der geklaut?". Und selbst wenn man da durchkommt: Kein Abteilungsleiter hat Bock auf Leute die sagen: "Mein alter Job war mir zu stressig". Das verstehe ich auch. Würde ich auch nicht wollen. Schon garnicht einer, der spielend das Potential hat mir den eigenen Job streitig zu machen.

    Ich habe leider keine Abfindung in meinem Vertrag. Meine Geschäftsführerbestellung ist so gestrickt, dass mein bisheriger Arbeitsvertrag ruht, während ich als Organ bestellt bin. Das bedeutet: Wenn ich irgendwann rausgeworfen würde, würde ich automatisch zurückfallen in den bisherigen Arbeitsvertrag. Üblich ist eigentlich, dass man 3-Jahresverträge hat, die dann auch im Zweifel einfach nicht verlängert werden oder wo man eine Abfindung bekommt, wenn es vorher auseinander geht. Das wäre mir viel lieber, aber ist jetzt halt nicht so.

    Also: Was tun? Im Moment hangel ich mich von Milestone zu Milestone. Das ist brutal anstrengend, und ich hab im Unterbewusstsein den Eindruck als hänge ein Dämoklesschwert über mir, dass jeder Zeit runterrauschen kann. Vielleicht wenn im Januar die Zahlen nicht mehr stimmen. Oder irgendein rechtliches Thema über das ich stolpere. Ich denke wenn das passieren sollte, dann sollte ich einen harten Cut vollziehen, mich rauswerfen lassen und dann Arbeitslosengeld beziehen und in Ruhe einen Job finden, der so ist wie oben genannt.
    Hättest du den Plural von Praktikum richtig gelernt, wärst du jetzt nicht in so einer Lage.

  • #2835 Karl Klammer 31 Okt. 2023, 07:42

    isso

  • #2836 Gelöschtes Mitglied 69 31 Okt. 2023, 09:18

    Zitat von: Sportsfreund98

    Ich war immer über alle Maßen ehrgeizig.
    In der Schule noch nicht so (zu jung) aber im Studium dann.
    Ich habe zwei Studiengänge parallel studiert. Mit sehr guten Noten. Und dutzende sinnvolle Praktikas usw. gemacht. Außeruniversitäres Engagement. Gehörte zu den Top 5 Absolventen. Habe dann jahrelang in der Beratung gearbeitet, 80-90 Stunden pro Woche. Habe entsprechend auch schnell Karriere gemacht. Dann bin ich in ein normales Unternehmen gewechselt und bin da jedes Jahr eine Stufe nach oben befördert worden. Vor ein paar Monaten bin ich (dort) ganz oben angekommen. Geschäftsführer mit 34 Jahren. Hat natürlich nichts mit einem DAX-CEO zu tun. Das Unternehmen hat nur ein paar hundert Mitarbeiter, aufgrund seiner Tätigkeit aber trotzdem eine gewisse Relevanz. Mein Gehalt hat sich mit diesem Schritt auf einen Schlag stark erhöht. Ich hab einen Sprung von 150k auf 250k gemacht. Wenn es gut läuft kann ich aufgrund vom Bonus auch 350k im Jahr verdienen.

    Warum schreibe ich das alles: Weil ich nicht mehr lange kann. Ich bin jetzt an dem Punkt angekommen an dem der Druck zu hoch ist. Zum ersten Mal in meinem Leben. Davor wollte ich immer mehr. Jetzt hab ich zum ersten Mal zu viel. Ich habe vor ein paar Wochen die Wachstumsstrategie erarbeitet und durchgeboxt. Alleine das war schon maximal erschöpfend und es ist ja lediglich die Strategie! Die eigentliche Arbeit kommt ja jetzt erst. Jetzt muss / sollte dieses Wachstum kommen und es gibt niemanden, dem ich die Schuld dafür geben kann wenn es das nicht tut, denn es ist meine Strategie und ich habe volles Durchgriffsrecht und muss überwachen dass sie so umgesetzt wird, dass es funktioniert. Ich muss als ultimativ verantwortlicher die schweren Personalentscheidungen treffen, die mir weh tun. Das bedeutet: Leute entlassen, die irgendjemand anderes falsch eingestellt hat und die überhaupt nicht funktionieren, weil die Führungskraft sie nicht richtig aufgesetzt hat oder weil sie von ihren Persönlichkeiten her einfach nicht passen. Ich will solche Leute nicht entlassen, weil das nicht meinen Werten entspricht. Ich kann bei den wenigsten Eigenverschulden erkennen. Ich muss sie aber trotzdem entlassen, weil mein eigenes Standing nicht hoch genug ist um mit sowas durchzukommen. Dem Aufsichtsrat fallen solche Dinge auf. Die achten auf sowas. Wenn ich nicht aufräume, wird man mir das als Führungsschwäche auslegen. Alternativ könnte ich die Leute in ein Spezialteam bündeln und selbst managen, in der Hoffnung dass sie dann funktionieren, aber dafür fehlt mir die Zeit und Energie. Ich muss auf irgendwelche bescheuerten Veranstaltungen und Reden halten, mich zum Affen machen. Immer wenn irgendwas nicht funktioniert bin ich ultimativ dafür verantwortlich. Ich muss in jedem scheiss Meeting zuhören, weil ich auch ständig angesprochen werde.

    Ganz vernünftig würde man wohl sagen: Halt es 1,5-2 Jahre durch für den Lebenslauf und dann hau ab. Aber ich weiß nichtmal ob ich das schaffe. Ich träume von einem Job mit klar definierter Verantwortung und ohne Personalverantwortung. Natürlich wird das dann schlechter bezahlt, klar. Kein Problem. Mir reichen 120k im Jahr absolut. Aber sowas zu bekommen ist für mich sau schwer. Jeder Recrutier der meinen Lebenslauf sieht sortiert mich sofort aus, weil "zu teuer". Und wenn ich proaktiv sage dass ich absolut bereit bin ein normales Gehalt zu beziehen, dann wird natürlich trotzdem jeder misstrauisch, weil man dann fragt: "oh, hatte der einen Burnout? Warum gibt man das denn auf? Ist da was vorgefallen? Hat der geklaut?". Und selbst wenn man da durchkommt: Kein Abteilungsleiter hat Bock auf Leute die sagen: "Mein alter Job war mir zu stressig". Das verstehe ich auch. Würde ich auch nicht wollen. Schon garnicht einer, der spielend das Potential hat mir den eigenen Job streitig zu machen.

    Ich habe leider keine Abfindung in meinem Vertrag. Meine Geschäftsführerbestellung ist so gestrickt, dass mein bisheriger Arbeitsvertrag ruht, während ich als Organ bestellt bin. Das bedeutet: Wenn ich irgendwann rausgeworfen würde, würde ich automatisch zurückfallen in den bisherigen Arbeitsvertrag. Üblich ist eigentlich, dass man 3-Jahresverträge hat, die dann auch im Zweifel einfach nicht verlängert werden oder wo man eine Abfindung bekommt, wenn es vorher auseinander geht. Das wäre mir viel lieber, aber ist jetzt halt nicht so.

    Also: Was tun? Im Moment hangel ich mich von Milestone zu Milestone. Das ist brutal anstrengend, und ich hab im Unterbewusstsein den Eindruck als hänge ein Dämoklesschwert über mir, dass jeder Zeit runterrauschen kann. Vielleicht wenn im Januar die Zahlen nicht mehr stimmen. Oder irgendein rechtliches Thema über das ich stolpere. Ich denke wenn das passieren sollte, dann sollte ich einen harten Cut vollziehen, mich rauswerfen lassen und dann Arbeitslosengeld beziehen und in Ruhe einen Job finden, der so ist wie oben genannt.

    Junge viel zu viel text faßß dich mal küzzer wer soll die scheisse lesen

  • #2837 rauchmeddler 31 Okt. 2023, 09:20

    Überallemaßenehrgeizigwart ihr ned?

  • #2838 Karl Klammer 31 Okt. 2023, 09:29

    noch ned

  • #2839 Dr. Pest 31 Okt. 2023, 09:36

    Zitat von: Sportsfreund98

    Jaja und als nächstes sagst du mir ich hätte auch keine Ahnung von Frauen und noch nie gebumst und alle meine Gesichten seien nur ausgedacht.
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  • #2840 Tom Christoph 31 Okt. 2023, 11:56

    Habe früher bei Real Markt gearbeitet aber die Cheffs haben mich gezwungen zu kündigen
    🖕👈

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