#341
ProfessorSchnabel
23 März 2023, 15:45
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
Die Verallgemeinerrung wird jedoch ob ihrer Konsequenzen geprüft oder nicht?
Nein, eben gerade nicht. Die Verallgemeinerbarkeit einer Maxime wird daran geprüft, ob sie für alle bzw. möglichst viele Menschen als für alle gültiges Gesetz zustimmungsfähig ist. Geprüft wird eben gerade
nicht nach dem Kriterium, ob die Handlungskonsequenzen einer Maxime mir (oder einem Anderen) in einem konkreten Fall gerade zustimmungsfähig erscheinen oder nicht.
Gerade deswegen geht es bei Kant und dem kategorischen Imperativ auch um die Anrerkennung der Gültigkeit von Gesetzen bzw. Prinzipien – und nicht um die Frage, ob mir oder anderen die Anwendung dieser Prinzipien im konkreten Einzelfall dann gerade zustimmungsfähig erscheinen oder nicht. Wenn ich das Prinzip anerkenne,
muss ich ihm auch dann folgen, wenn mir die Konsewuenzen im Einzelfall gar nicht passen.
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
Es geht Kant um die rationalistische Begründung einer Deontologie,
Es geht Kant um eine
rationale bzw. vernünftige Begründung einer deontologischen Ethik – wobei das letztlich eine Tautologie darstellt, da philosophisch anspruchsvolle Begründungen stets rational gestaltet sein müssen. Rationalismus (Adjektiv:
rationalistisch) ist ein Sammelbegriff für Ansätze der Erkenntnistheorie wie etwa bei Descartes, Leibniz, Wolff oder Baumgarten.
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
Rationalismus ist jedoch in sich der Kausalität verhaftet,
Das trifft auf den erkenntnistheoretischen Rationalismus bis Kant zu. Kants Theorie der Erkenntnis bricht jedoch explizit mit diesem Paradigma. Kausalität ist bei Kant ein Begriff bzw. eine Funktion des Verstandes, mit dessen Hilfe empirische Gehalte angeordnet und erfasst werden.
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
Kants Projekt ist die Rettung der Aufklärung vor dem Utilitarismus, und damit sich selbst, wie schon im Titel des Buches angekündigt, eine Kritik eben jenes strikten Rationalismus.
Kant reagiert in seinen Kritiken auf eine ganze Reihe von Problemen und Entwicklungen. Wenn man eine herausheben möchte, ist dies weniger der Utilitarismus, sondern in erster Linie der Siegeszug der empirischen (Natur-)Wissenschaft und vor allem die in ihnen angelegte Metaphysikkritik.
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
Weil Kant je doch den Rationalismus vor sich selbst retten, möchte
Kant führt bzgl. Erkenntnistheorie eine grundlgende Korrektur rationalistischer Engführungen vor. Das ist jedoch etwas anderes als den Rationalismus vor sich selbst zu retten.
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
so ist da herausragende Element eben nicht das Revolutionäre, sondern eine nahezu hellsichtige Restauration, der Ethik weg von den der Zweckethik und oder Gefühsethik zurück klaren absoluten Werten,
Jetzt springst Du von der Erkenntnistheorie zur Ethik. In der Erkentnnistheorie bezeichnet Kant selbst (in der Vorrede zur KrV) seine Synthese von Rationalismus und Empirismus als »Revolution der Denkungsart«. Und in der Ethik entspricht dieser Synthese – strukturanalog – diejenige von Sollens- und Tugendethik/Eudaimonismus. – Es ergibt keinen Sinn, diese beiden jeweils revolutionären Ansätze in unterschiedlichen philosophischen Teildisziplinen gegeneinander auszuspielen.
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
die jedoch wie Kant selbst eingestehen muss nicht völlig ohne eine metaphysische Instanz funktioniert.
Das muss Kant nicht »eingestehen«, sondern ist geradezu eines der Herzstücke seiner drei Kritiken. Es geht u.a. darum, welche metaphysischen Lehrsätze der Deutschen Schulphilosophie angesichts philosophischer Grundatzkritik im Sinne Kants noch Bestand haben können. Und wenn ja, in welcher Weise.
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
Strohmann, habe nie behauptet selbst ein großer Kant Kenner zu sein, bitte diskutiere fair.
Welcher »Strohmann«? Ich zitiere doch nur Deine überhebliche Einleitung, mit der Du Dir angemaßt hast, mich über das belehren zu können, worum es in Kants Ethik geht. War womöglich nicht die beste Idee gewesen ...
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
Die Frage ist nicht ob ich es unterscheiden kann,
Doch, um diese Frage ging es beim Ausgangspost von
@BigBANG. Kann man die beiden von ihm gemachten Beispiele nach zustimmungsfähigen Kriterien unterscheiden? Antwort: Ja, kann man.
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
sondern ob ich es moralisch unterscheiden sollte,
Das denkst
Du Dir halt aus, dass es überhaupt um diese Frage geht.
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
und da ist der in der Bringschuld der diese moralische Unterscheidung treffen möchte.
Du bist hier in einem Forum angemeldet, in dem es bestimmte Regeln sowie eine bestimmte Kultur des Umgangs miteinander gibt. Jeder, der hier mitmacht ist in der Bringschuld, sich permanent selbst zu überprüfen, ob seine eigenen Äußerungen sich an geltendes Recht und Forenregeln halten und sich darüber hinaus im Rahmen der über lange Jahre etablierten LS-Kultur bewegen.
Du verwechselst hier offenbar etwas. Deine Anmeldung hier bedeutet nicht, dass
@BigBANG Dir hier einen Freibrief für jegliche Äußerungen gegeben hat – und er bzw. andere User Dir erst einmal beweisen müsssen, dass es überhaupt so etwas wie einen (moralischen) Unterschied zwischen verschiedenen Formen von Äußerungen gibt, bevor sie von Dir eine Verhaltensänderung einfordern können.
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
Ich kann klar eine Entscheidung zwischen einer Vergewaltigung in die Vagina und in den After treffen, und es mag sicher Kulturen geben wo die rektale Vergewaltigung als moralisch weniger verwerflich angesehen wird weil sie die Jungfräulichkeit intakt lässt, oder verwerflicher weil Analsex oft schmerzhafter ist. Aber der zugrunde liegende fundamentale Akt des Missbrauch bleibt gleich.
Das Beispiel trägt
nichts zur Sache bei. Ja, es gibt zwischen verschiedenen Kulturräumen Unterschiede bei Unrechtsbestimmungen und Tabus. Aber das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass es
innerhalb eines kulturellen Rahmens klar anerkanntes Unterscheidungen, Grenzen, Tabus und Verbote gibt.
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
Das Verhalten, von jemandem als Gemeinschaft zu sanktionieren, der seinen Hall of Fame Button auf Mitleid und seinen Rang als Forenmaskottchen nur durch die Disqualifikation seines Gegners erlangen konnte, ist nicht Mal ein Recht, sondern eine moralische Pflicht.
Jemand anderen zu sanktionieren, ist eine Frage der
Berechtigung. Du maßt Dir an, über jemand anderen zu verfügen. Und worauf gründet sich dieses »Recht«? Ach ja, auf Deiner willkürlichen Behauptung, dies sei Deine »moralische Pflicht« als rechtschaffender Teil der Gemeinschaft. Dieser Gedankengang war vor ca. 80 Jahren schon einmal sehr populär in Deutschland ...
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
Um auf mein Beispiel mit öffentlich Mastubierenden zurück zu kommen, das Ottengame entspringt der tapferen Verteidigung der sittlichen Ordnung durch eine Gruppe von Mitgliedern von besonderem moralischen Charakter, befeuert durch Wut auf die Enabler im Moderationsteam. Niemand postet gerne witzige Bilder über die hochalkoholische Hilfkraft, aber es ist nun einmal unsere moralische und sittliche Pflicht.
Ja, was für ein »Mitglied[ ] von besonderem moralischen Charakter« Du bist – und wo es hinführt, wenn man Menschen mit Deinem Denken keinen Einhalt gebietet –, habe ich ja bereits angedeutet. Deine »sittliche Ordnung« besteht darin, dass Du Dir willkürlich herausnimmst, Dich über andere Menschen mit der Anmaßung von moralischer Übelregenheit zu stellen.
Wie Du nun eindrücklich demonstriert hast, verstehst Du nichts von Kant, von Philosophie und erst Recht hast Du nicht den Schimmer einer Ahnung, was es bedeutet, die eigenen Gedanken, Äußerungen und Handlungen einer kritischen moralischen Prüfung zu unterziehen.
Du hast mich auf jeden Fall überzeugt, dass
Du mit Deiner Selbstgerechtigkeit und Anmaßung Teil des Problems hier im Forum bist.
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
auch wenn natürlich ein Diskussion der Abstraktion jenseits der konkreten Situation voll im Geiste Kants steht, so ist intellektuell unehrlich das als Themen fremd ab zu tun.
Es geht eben nicht allein um die zwei User, sondern um das, wie sich diese »Games« insgesamt und längerfristig auf das Miteinander hier auswirken. Und sprich nicht für den »Geist Kants«. Das steht Dir nicht gut zu Gesicht.
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
Mein Argument das der Ton Konsequenz und Preis einer weitgehend freien Diskussion im Geiste einer digitalen Agora ist bleibt bestehen.
Das kannst Du gerne so sehen. Aber ich dann bist Du in diesem Forum nicht am richtigen Ort, wenn Du denkst, dass zu diesen »Konsequenzen« etwa Aufforderungen zum Suizid dazugehören. Lies Dir mal die Nutzungsbedingungen durch. Übrigens dürftest Du hier ganz schnell im strafrechtlich relevanten Bereich liegen – womit sowieso jede Diskussion erledigt sein sollte.
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
Du bist doch nur beleidigt weil du zum Equites degradiert wurdest.
Zum was?
Zitat von: Birdlawyer-24/7 reloaded
Das ist keine Frage mehr von Schwanzlänge
IQ, wahr oder falsch,sondern von verschiedenen Lesarten des selben Texts, ich persönlich kann durch aus von meiner Position entgegen stehenden Ansätzen profitieren und froh hier auch Mal anspruchsvolle Unterhaltung geboten zu bekommen.
Du hast keine Position. Alles, was Du präsentiert hast, war ein dampfender Haufen inkonsistenter Scheiße, der einzig allein dazu diente, eine »Rechtfertigung« dafür zu liefern, warum es Okay es, so mit Quarker umzugehen, wie Du es tust.
Ohne Not hast Du zusätzlich zu dieser sehr fragwürdigen Haltung auch noch Überheblichkeit sowie peinliches philosophisches Bruchteilwissen präsentiert.
Dieser Beitrag wurde von ProfessorSchnabel am 23.03.2023 15:59:08 bearbeitet.