Hallo
Wer von euch mag Gedichte und kann seine Lieblingsgedichte hier posten?
Kein Schweinkram.
Das Besondere an Gedichten ist dass man beim Lesen Gefühle spüren kann, die man schön finden kann und die man auf anderen Weg nicht einfach so triggern kann. Dafür muss der Dichter aber sein Handwerk beherrschen.
Ihr könnt ja mal euer Lieblingsgedicht posten und dazu schreiben welche tiefen Gefühle es in euch auslöst.
Ich bin immer auf der Suche nach Gedichten die so stark sind, dass sie mir Tränen in die Augen treiben. Aber leider gibt es davon sehr sehr wenige. Die Sinne der Menschen in der heutigen Zeit sind durch moderne Medien (Musik, Bewegtbild und die Kombinantion aus beidem) wahrscheinlich längst ueberstimuliert und können den feinen Sinn eines einfachen Gedichts kaum noch erspüren ![]()
Bewegende Gedichte (kein Schweinkram)
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#1 G O T T 30 Sep. 2023, 11:33 -
#2 Hagestolz 30 Sep. 2023, 11:38Zitat von: G O T T
HalloDann poste erst mal das Gedicht, das dir Tränen in die Augen treibt.
Wer von euch mag Gedichte und kann seine Lieblingsgedichte hier posten?
Kein Schweinkram.
Das Besondere an Gedichten ist dass man beim Lesen Gefühle spüren kann, die man schön finden kann und die man auf anderen Weg nicht einfach so triggern kann. Dafür muss der Dichter aber sein Handwerk beherrschen.
Ihr könnt ja mal euer Lieblingsgedicht posten und dazu schreiben welche tiefen Gefühle es in euch auslöst.
Ich bin immer auf der Suche nach Gedichten die so stark sind, dass sie mir Tränen in die Augen treiben. Aber leider gibt es davon sehr sehr wenige. Die Sinne der Menschen in der heutigen Zeit sind durch moderne Medien (Musik, Bewegtbild und die Kombinantion aus beidem) wahrscheinlich längst ueberstimuliert und können den feinen Sinn eines einfachen Gedichts kaum noch erspüren
Eine Fragen noch nebenbei: Bist du geh? -
#3 G O T T 30 Sep. 2023, 11:48Du ruhst in meinem Herzen,
Wo magst du stiller ruhn?
Ein Grab, von tausend Schmerzen
Behütet, deckt dich nun;
Ein Schlummerbett, bereitet
In Tränen, Klag' und Not,
Aus Allem was da scheidet
Das Leben von dem Tod.
Zu Füßen weiße Rosen,
Ein Myrtenreis im Haar,
Und auf dem makellosen
Herzen ein Lilienpaar, —
Ein Kreuz und eine Schale,
Ein ew'ges Licht dazu,
Schmücken als Totenmale
Die Stätte deiner Ruh.
Das Kreuz will ich erfassen
Als meinen Wanderstab,
Den trag' ich still, gelassen
Bis an mein eignes Grab.
Die Lampe will ich nähren
Mit meiner Liebe Brand;
Die Schale sei von Zähren
Gefüllt bis an den Rand.
So ruhst du mir im Herzen,
Das nimmer dich vermisst,
Weil du mit tausend Schmerzen
Ihm auferstanden bist. -
#4 Schuppenflechte 30 Sep. 2023, 11:59Weil jemand krank geworden ist, hatte ich spontan 2 Theaterkarten.
Bin ohne Fernbedienung hingegangen.
Absoluter und inhaltloser Oberrotz.
Dachte mir dann auch, dass wir überstimuliert sind.
Vor hundert Jahren hatten die Leute kein Radio im Bad.
Einmal pro Woche Musik in der Kirche muss überwältigend gewesen sein. -
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#6 Leonidas ☑ 30 Sep. 2023, 21:42Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen;
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt.
Herbst kräftigt die gedämpfte Welt
im warmen Golde fließen.
Eduard Mörike (1804-1875) -
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Mod/RDW
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#9 Untreue Dorfsalami 30 Sep. 2023, 23:12@PrepperJo ein einfacher Mann im Wald,
Liebt seine Mutter, für ihn unbezahlbar und bald.
In der Einsamkeit, abseits vom Rummel und Trubel,
Teilen sie ihr Leben, in inniger Zuneigung und Liebeswirbel. -
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#12 Babber Hausser 1 Okt. 2023, 00:11Wir schlafen ganz, wie Brutus schlief -
Doch jener erwachte und bohrte tief
In Cäsars Brust das kalte Messer!
Die Römer waren Tyrannen-Fresser.
Wir sind keine Römer, wir rauchen Tabak.
Ein jedes Volk hat seinen Geschmack,
Ein jedes Volk hat seine Größe;
In Schwaben kocht man die besten Klöße.
Wir sind Germanen, gemütlich und brav,
Wir schlafen gesunden Pflanzenschlaf,
Und wenn wir erwachen, pflegt uns zu dürsten,
Doch nicht nach dem Blute unserer Fürsten.
Wir sind so treu wie Eichenholz,
Auch Lindenholz, drauf sind wir stolz;
Im Land der Eichen und der Linden
Wird niemals sich ein Brutus finden.
Und wenn auch ein Brutus unter uns wär,
Den Cäsar fänd er nimmermehr,
Vergeblich würd er den Cäsar suchen;
Wir haben gute Pfefferkuchen.
Wir haben sechsunddreißig Herrn
(Ist nicht zuviel!), und einen Stern
Trägt jeder schützend auf seinem Herzen,
Und er braucht nicht zu fürchten die Iden des Märzen.
Wir nennen sie Väter, und Vaterland
Benennen wir dasjenige Land,
Das erb-eigentümlich gehört den Fürsten;
Wir lieben auch Sauerkraut mit Würsten.
Wenn unser Vater spazieren geht,
Ziehn wir den Hut mit Pietät;
Deutschland, die fromme Kinderstube,
Ist keine römische Mördergrube. -
#13 Grüner Power Ranger 2 Okt. 2023, 16:11Als ich hier saß
Und obwohl ich nicht konnte aß
Ertrank ich in stummen Leid
In dem, was einst war Heitertkeit
Der Rabe dort vor meiner Tür
War schwarz wie mein Körper spindeldürr
Die Sonnenblumen beugen sich entgegen dem
Was einst war der Horizont, den ich hab gesehen
Im Kornfelde meiner Seele versunken verweil ich hier
Es ist noch nicht zu spät, kehre zurück zu mir. -
#14 G O T T 2 Okt. 2023, 16:15Zitat von: Blauhaus2
Als ich hier saßKannst du es interpretieren?
Und obwohl ich nicht konnte aß
Ertrank ich in stummen Leid
In dem, was einst war Heitertkeit
Der Rabe dort vor meiner Tür
War schwarz wie mein Körper spindeldürr
Die Sonnenblumen beugen sich entgegen dem
Was einst war der Horizont, den ich hab gesehen
Im Kornfelde meiner Seele versunken verweil ich hier
Es ist noch nicht zu spät, kehre zurück zu mir. -
#15 Grüner Power Ranger 2 Okt. 2023, 16:45Zitat von: G O T T
Kannst du es interpretieren?Liebeskummer und Hoffnung, dass die Verflossene vielleicht doch zurückkehrt.
Das weiß ich, weil ich es selbst geschrieben habe. Entschuldige das 0815-Reimschema
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#16 G O T T 2 Okt. 2023, 16:50Sehr sehr gut.
Ich werde mich auch an einem Gedicht versuchen. Ich habe so ein paar Erinnerungen bei denen ich ganz starke undefinierbare Gefühle habe, die ich aber partout nicht zuordnen kann. Es ist keines der klassischen Gefühle. Vielleicht eher Geborgenheit. Ich finde die Vorstellung faszinieren Worte zu finden ein so komplexes Gefühl zu triggern. Aber es ist natürlich schwer. Ich glaube aufgrund der Medien-Überflutung funktionieren fast keine Gedichte mehr. -
#17 Grüner Power Ranger 2 Okt. 2023, 16:57Dann übe dich einfach in freier Poesie, es muss ja keinem Reimschema folgen. Manchmal hat es auch viel Macht, wenn man an einer bestimmten Stelle einen Absatz setzt. Das kommt dann einem Jumpscare im Horrorfilm gleich. Man muss ja nicht mit der Erwartung an sich selbst Edgar Allen Poe zu übertreffen rangehen.
Experimentiere, lass es raus, mach zwischendurch eine Zigaretten- und Kaffeepause und denk über deine eigenen Worte nach.
Und wenn du es nicht für gut genug befindest, es jemandem zu zeigen: Egal, schreib' es trotzdem auf. Am besten handschriftlich. Man hat eine völlig andere Beziehung zu Sachen, die man per Hand schreibt als zu solchen, die man auf einem Laptop niedertippt. Trust me. -
#18 Quasimodo 2 Okt. 2023, 20:09Zitat von: Blauhaus2
Dann übe dich einfach in freier Poesie, es muss ja keinem Reimschema folgen. Manchmal hat es auch viel Macht, wenn man an einer bestimmten Stelle einen Absatz setzt. Das kommt dann einem Jumpscare im Horrorfilm gleich. Man muss ja nicht mit der Erwartung an sich selbst Edgar Allen Poe zu übertreffen rangehen.
Experimentiere, lass es raus, mach zwischendurch eine Zigaretten- und Kaffeepause und denk über deine eigenen Worte nach.
Und wenn du es nicht für gut genug befindest, es jemandem zu zeigen: Egal, schreib' es trotzdem auf. Am besten handschriftlich. Man hat eine völlig andere Beziehung zu Sachen, die man per Hand schreibt als zu solchen, die man auf einem Laptop niedertippt. Trust me.
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#20 GеIöschtеs Mitglied 40210 2 Okt. 2023, 23:46
Ich brech mal die Lanze für's Internationale:
Below the thunders of the upper deep,
Far, far beneath in the abysmal sea,
His ancient, dreamless, uninvaded sleep
The Kraken sleepeth: faintest sunlights flee
About his shadowy sides; above him swell
Huge sponges of millennial growth and height;
And far away into the sickly light,
From many a wondrous grot and secret cell
Unnumbered and enormous polypi
Winnow with giant arms the slumbering green.
There hath he lain for ages, and will lie
Battening upon huge sea worms in his sleep,
Until the latter fire shall heat the deep;
Then once by man and angels to be seen,
In roaring he shall rise and on the surface die.



