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Bitcoin, Blockchain & Co.

  • #641 Gelöschtes Mitglied 78 20 Aug. 2022, 21:44

    Etzala bitte etwas mehr Ernsthaftigkeit.

    Zitat von: Pedder

    €: Da hast aber ganz schön zugelangt, wenn der Kurs so einen Bogen macht
    bI7fWkz.png

    Ich glaube ich hab einen ziemlich schlechten Zeitpunkt zum Monero kaufen erwischt. Klar, es ist mega volatil, aber jetzt steht der Kurs schon deutlich niedriger als vor ein paar Tagen, und noch ein paar Tage vorher war er wiederum da wo er jetzt war. Vielleicht war der Grund für das Zwischenhoch, dass Mental Outlaw ein Video über das Monero-Update gemacht hat. Aber ich bin ja nicht zum Zocken drin, sondern weil ich von dem Zeug überzeugt bin.

    Hab mir jedenfalls ein paar Papiere von Monero angeschaut und bin schwer beeindruckt davon, wie komplex und durchdacht das alles ist. Was für Klimmzüge gemacht werden, nicht nur um die Privatsphäre der Nutzer sicherzustellen, sondern auch, um dafür zu sorgen dass Transaktionen zügig abgewickelt werden. Auch wenn ich nicht alles verstanden habe. Und Monero wird ja weiterentwickelt, es wird noch besser! Bei Bitcoin hingegen haben sich die Initiatoren ja schon vor Jahren verpisst, so viel ich weiß, und es gibt keine Updates. Monero könnte mal ne richtige Währung werden. Gerade wenn die Politiker unsere Finanzen immer mehr überwachen wollen, wird es auch immer mehr Leute geben, die nicht überwacht werden wollen, und manche davon werden auf Monero fliehen. Deshalb denke ich, dass die Nachfrage nach Monero und die Verwendung von Monero langfristig zulegen wird. Aber grundsätzlich sind die Leute träge und die Mehrheit wird sich natürlich einfach überwachen lassen.

    Jedenfalls, wenn ich mir den Ein-Jahres-Chart von Monero mal so ansehe und mein Chart-Kaffesatzleserei-Halbwissen einsetze, sehe ich: Hoch, Tief, tieferes Hoch, tieferes Tief, noch tieferes Hoch ... mit anderen Worten, einen Abwärtstrend, und jetzt würde ich sagen: In drei Monaten steht XMR nochmal deutlich tiefer als heute. Vielleicht kaufe ich dann nochmal nach.

    Aber diese Erwägung bringt mich zu der Frage: Woher weiß ich, welchen Wert Monero mal haben wird? Dass die Verbreitung wächst, bedeutet ja längst nicht, dass auch der Preis to teh moon gehen wird.
    Um es mal als Frage an alle langfristigen Kryptowährungs-Investoren zu stellen: Woher haben Kryptowährungen ihren Wert, und wie kann dieser eingeschätzt (ausgerechnet) werden?
    Nur weil etwas knapp ist, hat es noch keinen Wert. Es muss auch eine Nachfrage geben. Damit der Wert einigermaßen stabil ist (um nicht zu sagen, nachhaltig), muss diese Nachfrage auch aus Gründen existieren, die nicht darin liegen, dass man erwartet, dass es irgendwann noch mehr wert ist - wenn das der einzige Grund für Nachfrage ist, dann wäre es eine Spekulationsblase.

    Ich hole mal ein bisschen weiter aus, um klarzumachen, nach was genau ich frage. Es gibt ja Bewertungsformeln für viele Finanzprodukte. Die sind zwar auch nicht der Weisheit letzter Schluss und mit Unsicherheiten behaftet, aber sie stiften immerhin eine gewisse Orientierung und sorgen dafür, dass der Preis nicht nur von Spekulanten angetrieben wird, die Sachen kaufen, weil sie glauben, dass sie irgendwann einen greater fool finden, dem sie es noch teurer verkaufen können.

    Anleihen bewerten ist einfach. Man schaut sich die versprochenen zukünftigen Zahlungen an, und berechnet ihren Barwert bzw. Gegenwartswert - das heißt, man zieht rückwärts die Zinsen ab. Wie hoch ist der Zins, den man abzieht? Das hängt davon ab, 1. für wie wahrscheinlich man es hält dass man die Rückzahlungen wirklich bekommt und 2. davon welchen Zins man "risikofrei" kriegen kann.
    Bei Aktien macht man im Prinzip genau das Gleiche, das heißt dann das "Discounted-Cashflow-Modell". Winziges Problem dabei ist dass einem niemand Zahlungen versprochen hat, sondern man quasi raten muss wie hoch die Dividenden in der Zukunft mal sein werden. Aufgrund der Unsicherheit rechnet man dafür mit weitaus höheren Diskontraten (= Zinsen). Außerdem etwas abenteuerlich ist, dass man es in der Praxis so anwendet, dass man die Überschüsse des Unternehmens einsetzt, aber in der Theorie mit den rationalen Aktienkäufern müsste man genau genommen die Dividende einsetzen, zumindest in der Theorie die ich gelernt habe. Es lassen sich aber sicherlich Argumente dafür finden dass das trotzdem Sinn ergibt. Letztenendes führt diese Herangehensweise an die Aktienbewertung auch dazu, dass man das Kurs-Gewinn-Verhältnis als "Daumenpeilung" dafür hat, ob eine Aktie fair bewertet ist oder nicht.

    Bei Kryptowährungen funktionieren all diese Argumente nicht, und wir haben auch kein Kurs-Gewinn-Verhältnis, was eine Daumenpeilung dafür liefert, ob der Preis einer Kryptowährung fair ist.
    Haben wir eine andere Möglichkeit zur Daumenpeilung, ob eine Kryptowährung fair bewertet ist oder nicht?

    "Der Kurs steht niedriger, als er schon mal stand" lasse ich nicht gelten. Die alten Hochs können durch pure Doofheit entstanden sein. Das gibt es bei Aktien auch. Ein früheres Hoch hat keine Aussagekraft dafür, wo der Kurs mal hinwandern wird. Es gibt am Finanzmarkt auf lange Sicht keine "regression to the mean", keine Rückkehr zum Mittelwert. Wie bei den Körpergrößen, wo die Söhne überdurchschnittlich großer Väter meistens zwar selbst überdurchschnittlich groß, aber weniger groß als ihre Väter sind - so ist's am Finanzmarkt nicht: nur weil der Kurs jetzt niedriger als sein Durchschnitt ist, heißt das nicht, dass er wieder in Richtung des Durchschnitts steigen wird.

    In der Oldschool-Finanzwelt haben wir noch Währungen, die vielleicht eine Idee dazu stiften könnten, wie man Kryptowährungen bewertet.
    Währungen zu bewerten ist aber schon weitaus komplizierter als Aktien zu bewerten und wie es genau funktionobelt, weiß ich auch nicht. Ich weiß einerseits, dass Zinsen und die Handelsbilanz eine wichtige Rolle spielen. In der Kryptowelt haben wir nichts von beidem.
    Eine andere Angelegenheit ist die Kaufkraft einer Währung. Wenn in Währung X eine Kugel Eis 5X kostet und bei uns eine Kugel Eis 1,25€, dann würde man denken, dass es doch logisch wäre, dass "Kaufkraftparität" gilt, das heißt dass 5X=1,25€ und damit 1€=4X ist. Für eine Kugel Eis vielleicht nicht, aber wenn man einen größeren Korb an Gütern nimmt, dann schon, würde man denken? Der Blick auf die tatsächlichen Wechselkurse belehrt einen jedoch eines Besseren.
    Landläufig hört man oft, dass das Preisniveau in "reichen Ländern" höher ist. Präziser gesagt bedeutet das: Wenn in einem Land die Einkommen kaufkraftbereinigt hoch sind, dann sind dort auch die Preise hoch. Oder anders ausgedrückt: In der Schweiz ist zwar alles teurer als hier, allerdings sind die Löhne dort NOCH höher, und der typische Schweizer kann sich TROTZ der hohen Preise immer noch mehr leisten als der typische Deutsche.
    Ich hab jetzt gerade keinen Graphen zur Hand um diesen Zusammenhang zu illustrieren, aber so viel ich weiß ist das ein Fakt, den wo man nicht leugen kann. Die Mainstream-Ökonomie hat jetzt abenteuerliche Theorien darüber was die Ursache für diesen Zusammenhang ist und redet von "Produktivität" und "nicht-handelbaren Gütern" und davon dass technischer Fortschritt die Löhne steigern würde, und die Gültigkeit dieser Erklärungen leugne ich sehr wohl. Ich erspare euch mal meine weitere Meinung dazu, aber worauf ich hinaus möchte:
    Um den Wechselkurs einer Währung einzuschätzen, muss man 1. die Kaufkraft dieser Währung anschauen (also was die Dinge in dieser Währung kosten) und 2. die kaufkraftbereinigte Wirtschaftsleistung des Landes in dem diese Währung benutzt wird anschauen und dazu ins Verhältnis setzen.

    Ja und lange Rede gar kein Sinn: Keins von beidem gibt es bei Kryptowährungen, deshalb fällt dieser Ansatz zur Bewertung auch flach.
    Kryptowährungen haben meines Wissens keine messbare Kaufkraft. Also klar, man kann mit Monero einkaufen gehen, aber die Preise werden nicht in Monero angegeben, sondern in einer Fiatwährung, und dann heißt's, du kannst mit Monero bezahlen, schauen wir mal wie der Monero/Fiat-Kurs heute steht. Deshalb kann man nicht sagen, die Kugel Eis kostet 0,01 XMR oder das Gramm Koks kostet 1 XMR oder eine Vierzimmerwohnung in Frankfurt kostet 20 Bitcoins oder was weiß ich.
    Außerdem haben Kryptowährungen keinen Währungsraum, dem man eine Wirtschaftsleistung zumessen könnte. Wobei, doch, vielleicht ein bisschen. Vielleicht können sich hier so langsam Wirtschaftsräume entwickeln. Im Fall von Monero wäre das der Wirtschaftsraum von Leuten, die im Darknet illegale Dinge treiben. Was ist die Wirtschaftsleistung von illegalen Darknetgeschäften? Keine Ahnung. Bei den Kryptowährungen, die irgendwelches Smart-Contract-Zeug machen, kann man vielleicht am ehesten von einem Wirtschaftsraum mit einer gewissen Wertschöpfung reden.

    Der Punkt mit der Kaufkraft ist auch so ein Henne-Ei-Problem. Weil der Kurs volatil ist, wird niemand seine Preise darin angeben - und weil niemand seine Preise darin angibt, ist der Kurs an keine realen Dinge die man für die Kryptowährung kaufen kann gekoppelt, und deshalb ist er volatil.
    Dieses Problem könnte eingehegt werden, wenn es Finanzdienstleister gäbe, die Kryptowährungs-Optionen bzw. Futures verkaufen, a la: Du kannst bei mir in einem Jahr 100XMR in 15.000€ wechseln, scheißegal was der Kurs dann sein wird. Dann würden einige Leute vielleicht ihre Preise in XMR angeben, und damit die Volatilität rausnehmen.

    Dieser Beitrag wurde von Gelöschtes Mitglied 78 am 20.08.2022 22:55:13 bearbeitet.
  • #642 Babber Hausser 20 Aug. 2022, 21:58

    Wie kann ich am besten meinen niedrigen Krypto IQ verbessern? Kann jemand gute YT Channel oder Ähnliches empfehlen?

  • #643 Qu4rkey 20 Aug. 2022, 22:44

    Warum ist Crypto jetzt eingebrochen?

  • #644 Gelöschtes Mitglied 78 20 Aug. 2022, 22:51

    Nachtrag zu dem was ich oben geschrieben habe (10.000Zeichenlimit du verfiggde Biddsch aller):

    Die einzige Daumenpeilung zum Bitcoin-Wert, die ich kenne, ist die von Luke Smith.
    Sie beruht darauf, dass Bitcoin Gold als Wertspeicher verdrängen wird. Und wenn Bitcoin erstmal die Marktkapitalisierung von Gold erreicht hat, und man sich dann überlegt, wie viele Bitcoins gibt's denn auf der Welt, dann gelangt man zu einem astronomischen Wert des einzelnen Bitcoin (>250.000€).
    Das finde ich aber nur eingeschränkt stichhaltig: wieso sollte Gold auf einmal gar nicht mehr als Wertspeicher fungieren? Vielleicht wird Bitcoin mal Gold ergänzen, aber dass es Gold als Wertspeicher ablöst, würde ja bedeuten, dass Gold fast wertlos wird. Nur weil Bitcoiner sich gerne an Gelaber dass Bitcoin "digitales Gold" wäre hochziehen. Die Zentralbänker werden nicht auf einmal sagen: So Leude, ihr könnt unser Gold haben, wir brauchen es nicht mehr, wir haben jetzt Bitcoins.
    Außerdem bleibt in dieser Milchbrötchenrechnung kein Wert für die anderen Kryptowährungen, beziehungsweise ist diese Rechnung nicht auf andere Kryptowährungen übertragbar.

    Was denkt ihr über den inneren Wert von Kryptowährungen? Ich glaube, das ist eine Frage, die sich die meisten Leute die in Kryptowährungen investieren, nicht wirklich stellen. Und langfristig in Dinge zu investieren, bei den man GAR nicht weiß, was ihr innerer Wert ist, ist mMn eine ganz schlechte Anlagestrategie.
    Sind euch irgendwelche fundierten Abschätzungen über den inneren Wert von Kryptowährungen bekannt?

    Zitat von: gayspahnt

    Wie kann ich am besten meinen niedrigen Krypto IQ verbessern? Kann jemand gute YT Channel oder Ähnliches empfehlen?
    Ne, würde mich aber auch interessieren.

  • #645 etzerdla 22 Aug. 2022, 01:03

    Bitcoin is des beste des wo jemals erfundne wordne is und alles andere sein nur shitcoins. bis auf vl. 1 - 2 ausnahmen.

  • #646 GеIöschtеs Mitglied 40210 22 Aug. 2022, 02:38

    Zitat von: gayspahnt

    Wie kann ich am besten meinen niedrigen Krypto IQ verbessern? Kann jemand gute YT Channel oder Ähnliches empfehlen?
    Will mal korregadzionieren, wo kann ich meinen niedrigen Finanz-IQ aufbügeln? Ihr schreibt hier ja ganz schöne Worte und mit googlen kann ich mir halbwegs einen Reim machen, aber fühl mich a weng wie des Rainerle unter den Uni-Professoren.

    Also mal im Ernst, Quellen/Info-Fundus willkommen, gerne auch per PM.

  • #647 Bachkippo 22 Aug. 2022, 09:15

    Zitat von: etzerdla

    Bitcoin is des beste des wo jemals erfundne wordne is und alles andere sein nur shitcoins. bis auf vl. 1 - 2 ausnahmen.
    So und nicht anders wohl!

  • #648 LustDick 22 Aug. 2022, 11:19

    Zitat von: Bachkippo

    So und nicht anders wohl!
    Lel Mini pensi Strategie

  • #649 Bachkippo 22 Aug. 2022, 12:16

    Hab auch gut was bei Luna verloren, so is ja nich, ne 😐

  • #650 Hailiger Bimbam 22 Aug. 2022, 12:22

    Zitat von: DüsseldorferDschenner1510

    kann ich mir halbwegs einen Reim machen, aber fühl mich a weng wie des Rainerle unter den Uni-Professore
    Deine rainereske Situation ist noch bedeutend schlimmer. Du faule Sau willst ebenfalls, dass man dir alles zum Arsch trägt.

  • #651 Gronkh auf Madeira 22 Aug. 2022, 17:00

    Zitat von: schlappi

    Warum ist Crypto jetzt eingebrochen?
    Damit du noch Gelengenheit hast, mit etwas Minus zu verkaufen, bevor du alles verlierst!!!

  • #652 Gelöschtes Mitglied 78 22 Aug. 2022, 19:22

    Zitat von: DüsseldorferDschenner1510

    Will mal korregadzionieren, wo kann ich meinen niedrigen Finanz-IQ aufbügeln? Ihr schreibt hier ja ganz schöne Worte und mit googlen kann ich mir halbwegs einen Reim machen, aber fühl mich a weng wie des Rainerle unter den Uni-Professoren.

    Also mal im Ernst, Quellen/Info-Fundus willkommen, gerne auch per PM.
    (enthält aber nichts zum Thema Kryptowährungen)

  • #653 Gelöschtes Mitglied 78 22 Aug. 2022, 19:29

    Zitat von: etzerdla

    Bitcoin is des beste des wo jemals erfundne wordne is und alles andere sein nur shitcoins. bis auf vl. 1 - 2 ausnahmen.
    Was ist deiner Meinung nach der faire Preis für 1 Bitcoin, und wieso?

  • #654 Wurstwasserjunkie 23 Aug. 2022, 10:37

    Zitat von: ahaha_a_gnu

    Was ist deiner Meinung nach der faire Preis für 1 Bitcoin, und wieso?
    Freiheit ist unbezahlbar, aber wenn man mich fragt, ist ab einer Million Dollar pro Bitcoin derzeit ein fairer Preis.

    Das wird für viele hier wie ein Quatschpost klingen, aber ich meine das wirklich so.
    Ich weiß wo die Preise stehen und mein "fairer Preis" entspricht nicht der derzeitigen Realität, aber es wurde ja nach Meinungen gefragt.

  • #655 Kaschber 23 Aug. 2022, 18:11

    Also mein fairer Preis für einen Bitcoin ist bei ner Milliarde weil Freiheit unbezahlbar ist, fersteht ihr?

  • #656 Gelöschtes Mitglied 78 23 Aug. 2022, 19:28

    Zitat von: Wurstwasserjunkie

    Freiheit ist unbezahlbar, aber wenn man mich fragt, ist ab einer Million Dollar pro Bitcoin derzeit ein fairer Preis.

    Das wird für viele hier wie ein Quatschpost klingen, aber ich meine das wirklich so.
    Ich weiß wo die Preise stehen und mein "fairer Preis" entspricht nicht der derzeitigen Realität, aber es wurde ja nach Meinungen gefragt.
    Danke für die Antwort. Ich frag das auch nicht, um die Leute zu verarschen, sondern weil ich was dazulernen will, und auch für mich die richtigen Entscheidungen treffen will.

    Man liest ja oft von Leuten, die sehr optimistisch bezüglich Bitcoin sind, und sehr viel davon halten. Diese klaren Bekenntnisse (die oft auch mit dem eigenen Geld unterlegt sind) finde ich sehr beeindruckend in einer Welt, in der es am einfachsten ist, alles runterzumachen und sich zu nichts zu bekennen. Trotzdem will ich die Argumente auf die Goldwaage legen, um sicherzugehen, dass hier nicht der Wunsch der Vater des Gedanken ist.

    Du misst Bitcoins also einen Wert zu, weil sie Freiheit versprechen. Ich nehme mal an, damit meinst du die Möglichkeit, ein nicht-staatliches Geldsystem zu haben. Allerdings hat Bitcoin in der Hinsicht ja auch Nachteile. Vor allem, dass jeder die Transaktionen einsehen kann. Das ist noch schlechter als das Finanzsystem, was wir heute haben. Außerdem sind die Transaktionsgebühren exorbitant. Bitcoin als Währung ist also schon mal schwierig.

    Darauf wird dann ja in der Regel erwidert, dass man Bitcoin erstmal nur als Wertspeicher sehen soll, ähnlich wie Gold, und dann lötet man noch "Layer 2" drüber. Bitcoins sind leichter zu stückeln und leichter zu lagern als Gold, aber Gold kann man immerhin jemandem unbemerkt in die Hand drücken. Die Frage ist, was wäre aber damit gewonnen, das Finanzsystem auf "Bitcoin drunter" umzustellen? Das Finanzsystem was wir jetzt haben hat auch angefangen als ein "Layer 2" über Gold. Und wegen der einsehbaren Transaktionen kann der Staat die echten Bitcoins regulatorisch zu Tode knebeln, fast so wie zu Zeiten des Goldverbotes.

    In Bezug auf Freiheit ist Monero viel besser als Bitcoin. Und falls unsere Zentralbänker irgendwann das Finanzsystem irgendwie "Kryptowährungs-gedeckt" machen wollen, werden sie dafür bestimmt nicht Bitcoin nehmen, sondern eine eigene Blockchain erfinden. Die Frage ist aber, wieso sollten sie das überhaupt machen wollen, Währungen die man beliebig aufblasen kann sind doch für Politiker viel praktischer. Es bräuchte also einen mittelgroßen Umsturz, damit es so weit käme. Aber das ist alles eigentlich nicht das, worauf ich hinausmöchte.

    Meine eigentliche Frage ist: Welche Bierdeckelrechnung steckt hinter der einen Million, die du hier angibst?
    Unter dem "eingeschätzten fairen Wert von 1 Bitcoin" verstehe ich den Nutzen, von dem man erwartet, dass 1 Bitcoin ihn mal haben wird*.
    Wie kommst du auf 1 Million? Denkst du, Bitcoin wird sich als Währung etablieren, und dann wird ein Haus 1 Bitcoin kosten?
    Wieso meinst du, der Wert wird sich dort einpendeln? Wieso nicht, bei sagen wir, dem Wert den heute 1 Euro hat?

    Gut, dann sind wir bei der Frage, wie groß ist der Währungsraum, in dem sich Bitcoin als Währung etabliert, wie viele Güter gibt es dort, und wenn man die Anzahl dieser Güter zu der Anzahl Bitcoins in Bezug setzt, dann kommt raus, wie viele Güter man dann für 1 Bitcoin wird kaufen können. Aber das setzt voraus, dass Bitcoin irgendwann Währung wird, und zwar alleinige Währung. Und da bin ich extrem skeptisch.

    Wie ich soeben bravesearche, wird es insgesamt 21*10^6 Bitcoins geben. Deutschland hat ein BIP von 3*10^12 Euro. Sagen wir ein Land von der wirtschaftlichen Größe Deutschlands hätte Bitcoin als Währung. Wenn ich mal eben blind die Formeln von https://de.wikipedia.org/wiki/Umlaufgeschwindigkeit_des_Geldes anwende, als Umlaufgeschwindigkeit 1 nehme (worüber wir auch wieder 'ne Stunde diskutieren könnten), dann kommt raus:
    Ein Bitcoin würde einen Wert von aus heutiger Sicht 3*10^12€/(21*10^6) = 1/7*10^6€ haben, also 142.857€.
    Aber halt unter dem Vorbehalt, dass der Bitcoin die Währung von Deutschland wäre. Du wirst sagen, lächerlich, Bitcoin wird die Währung von viel mehr als Deutschland, aber ich sage: Nein, nein, nein.

    Von dem Teil der Wirtschaft hab ich aber nicht so viel Ahnung, vielleicht kann jemand von euch diese Bierdeckelrechnung kritisieren.


    * Eigentlich ist "fairer Wert" dann der falsche Ausdruck, sondern "Reservationspreis" wäre der richtige, aber egal

    €: Diese Bierdeckelrechnung gilt ungefähr übrigens auch für Monero. Wie ich soeben lese, gibt es erstmal 18,4 Millionen XMR, plus Tail Emission von 157680 im Jahr. Und Monero ist 1. zur Zeit billiger und 2. in meinen Augen viel besser als Währung geeignet.

    Dieser Beitrag wurde von Gelöschtes Mitglied 78 am 23.08.2022 19:37:18 bearbeitet.
  • #657 strangestnights 29 Aug. 2022, 14:32

    Was ledsde Praiss?

  • #658 ludwiglügt 30 Aug. 2022, 18:22

    Wasn los hier? Crypto endlich dod?

  • #659 Reichskatzler 30 Aug. 2022, 18:25

    Zitat von: ludwiglügt

    Wasn los hier? Crypto endlich dod?
    Sommerurlaub, mit dem weiteren Anstieg der Energiekosten im Winter wird alles gut werden.

  • #660 Gelöschtes Mitglied 78 4 Sep. 2022, 17:41

    Zitat von: strangestnights

    Was ledsde Praiss?
    Worauf ich im Grunde hinauswill ist dass der sinnvolle Preis von Kryptowährungen stark davon abhängt wie sie in der Zukunft benutzt werden werden. Ich hab mal "future of bitcoin" gegoogelt und auf Judub gesucht und na ja, man findet überwiegend Abfall. Was ich als langfristig irrelevant erachte ist, wenn meinetwegen BläggRogg in Bitcoin investiert. Das ist ja keine Benutzung, sondern das bedeutet nur, dass die Spekulationsblase weiter angeschoben wird, dass es neue "greater fools" gibt den man seine Bitcoins zum höheren Preis verkaufen kann.

    Was sich bei dem Zeug dass ich gefunden habe herauskristallisiert ist Bitcoin als Reserve-Asset.
    Ich würde nicht erwarten, dass Bitcoin Gold verdrängt. Vielleicht ergänzt. Die Instis werden beides haben: Gold und Bitcoins. Nach der Lektüre dieses Stücks
    erwarte ich folgendes. Hier kommt meine ernstgemeinte Prognose für die Zukunft des Bitcoin:

    Der Dollar ist zur Zeit stark, wird das aber nicht ewig bleiben. Er wird irgendwann als Zahlungsmittel und auch als Verrechnungseinheit in Teilen des internationalen Handels von Bitcoin abgelöst. Insbesondere bei den Ländern die nicht so viel mit Amerika handeln. Große internationale Zahlungen werden dann in Bitcoin abgewickelt, weil das quasi ein neutrales Territorium ist, was von keinem Staat kontrolliert wird.
    Als innerstaatliche Währung wird Bitcoin aber nicht wirklich eine Rolle spielen. Wir werden unsere Brötchen nicht mit Bitcoin bezahlen, und auch andere Völker werden das nicht tun. Deshalb ist meine Rechnung von oben auch hinfällig. Vielleicht werden einige Länder "Bitcoin als Währung" haben in dem Sinne, dass sie ihre Währung an den Bitcoin gepegt haben (d.h. ein fester Wechselkurs), so wie was weiß ich, die bulgarische Währung an die D-Mark gepegt ist. Oder so ähnlich wie beim Goldstandard, wo 35$ dauerhaft eine Unze waren. Aber da wird's weiter ein traditionelles Bankensystem geben, mit Bezahl-Apps, mit Konten die ausspioniert werden, und mit Giralgeld was Banken einfach erfinden können.

    Welchen Wert, welche Kaufkraft wird Bitcoin dann haben? Wo wird es sich einpendeln? Keine Ahnung. Vielleicht bei dem wo er jetzt ist, vielleicht auch bei dem was ich oben errechnet habe (nur dass die Begründung dann nicht mehr stimmt), oder irgendwo dazwischen.
    Den Anfang dieser Verwendung von Bitcoin kann man schon jetzt in El Salvador sehen. Jetzt gerade ist Krypto ja nicht mehr so en vogue, aber wenn in ein paar Jahren Jahren die Zinsen wieder gesenkt werden wird's auch für den Bitcoin wieder bergauf gehen, sage ich mal. Und wenn immer mehr Länder das machen was El Salvador jetzt macht, dann wird den westlichen Zentralbankbürokraten der Arsch auf Grundeis gehen, und sie werden sagen, o shit, wir wollen hier nicht ausgeschlossen werden, wir kaufen jetzt auch Bitcoins. Und dann wird der Kurs temporär to the moon gehen. Spekulation und rauf und runter wird es dann immer noch geben. Und ich sag mal, ich würde verkaufen, wenn ein Bitcoin den gleichen Wert wie eine Vierzimmerwohnung Neubau in Frankfurt hat. Wir reden hier aber von einem Zeithorizont von mehr als 10 Jahren.

    Welche Rolle bleibt dabei für Monero übrig? Tja. Keine Ahnung. Vielleicht weiter als Zahlungsmittel der Verbrecher. Und die Monero-Leute sind extrem schlau, die werden Monero schon irgendwie nützlich machen.