#225917
TreuerStadtschinken
14 Okt. 2025, 15:00
Zitat von: Kazoo
Was so'n richtig stabilen Alki ist, der geht mit 45 in die Kiste.
Bei Reini dürfte die Prognose ähnlich sein, offene Beine, Wasser in den Beinen, Arterienverkalkung, entzündete Wunden, die nicht mehr abheilen, Visionen im Fieberwahn, wahrscheinlich durch Sepsis, Fußpilz, Zähne faulen raus, Herzinsuffizienz, unbehandelte Diabetes usw...
Realististisch betrachtet hat uns Reini wahscheinlich noch so knapp 10 Jahre, bevor ihn die Vergangenheit einholt. Da er diese, von dir gut zusammengefassten, nicht unerheblichen pathologischen Zustände bisher deutlich besser verkraftet hat als es zu erwarten gewesen wäre, hat er gute Chancen, dass er die 50 noch reinholt. Selbst mit Wingelglück unsoweider würde ich allerdings sagmäh: Mehr is nich drin.
Die Frage ist eher, in welchem Zustand das passieren wird. Sein geistig-sittlicher Verfall ist etwas, was da, glaube ich, irgendwann den Herzkasper triggern wird - und gemessen an seiner... sagen wir mal "carzinogenen" Ernährung in Verbindung mit einer offensichtlich bestehenden genetischen Prädisposition für Krebsleiden, dürfte die Frage tazächlich sogar sein, wegen welchem seiner vielen Zustände er Meddl Off sagt.
Wir haben ihn ja jetzt schon eine Weile nimmer xehn, sondern nur khört khabt. Dieser bäwäsne Scheiß, den er da ins Internet regurgitiert, hat ja auch ein völlig neues Niveau erreicht (des Niwoh had angerufmäh, es will ßein Namen dßurügg). Er schmort in seiner eigenen Stinkbrühe auf dem Monteurszimmer, war seit Wochen nicht mehr vor der Tür (höchstens mal Nachts aufm Hof des Führerbunkers) und hat 0 soziale (Frangen)Gondagde. Das einzige, was sein Lebmäh gerade ist, ist stressfrei. Er hat wiggsi, fressi und daddli, und eine Vaterfigur, die ihm sämtliche Verantwortung für den Rest abnimmt. Aber sein Leben ist nun endgültig bar jeder Form oder Struktur. Ich kann mir vorstellen, dass uns Wongli inzwischen regelmäßig sogar vergisst, welcher Wochentag ist. Seine gesamte Existenz ist eine amorphe, völlig aus dem Leim gegangene Quaddelmasse, deren einziges noch halbwegs sinnstiftende Strukturelemente die willkürliche Einteilung des Tages in Wiggszeit, Daddlzeit, Fresszeit und Schlafenszeit ist. Reiner ist endgültig runtergebrochen auf eine kontextlose Aneinanderreihung isolierter Triebabfuhrhandlungen, die nur für sich genommen stehen und deren Reihenfolge sich ausschließlich nach ihrer akuten Priorität bemisst. Wenn der Hunger größer ist, als das Verlangen zu Wiggsen, zu Daddeln oder zu Schlafen, wird
genussvoll und feinschmeckerisch Fleisch vom Biometzger und leckeres, selbstgebackenes Natursauerteigbrot vom Biobauern um die Ecke vollkommen unmotiviert und allein zur Beseitigung des Hungers eine unchristliche Menge billiger Industriefraß von Ja! in die Kuchenluke gequetscht. Juckt ihn die Stadtwurst im Feinripp, wird der Stinkestummel hervorgekramt und kurz zu immer groteskeren Animufilmen zu einem kümmerlich halbsteifen Zustand geknetet, bis der Bigsamen tröpfelt. Ist er weder hungrig noch zuggt der Späher, wird der Stimme in seinem Kopf, die ihn an die Jämmerlichkeit seiner bedeutungslosen Existenz erinnert, durch Daddelei Schweigen geboten. Ist er von Daddeln, Fressen und Wiggsen erschöpft, legt er sich schlafen. Wann? Ja, wenn er halt grad so müde ist, dass er sich nicht mehr auf seine Kinderspiele konzentrieren kann. Nicht, wenn er müde ist, sondern so völlig übermüdet, dass sich auch hier nur der Trieb durchsetzt, nicht die Erkenntnis der Notwendigkeit, rechtzeitig schlafen zu gehen. Pipi-Kaka-A-A habe ich jetzt mal außenvor gelassen, aber auch da bin ich mir sicher, er geht erst zum Kaggduschne, wenn ihm der schmierige Diabetesstuhl schon auf halb Acht aus der, von Monstercooks gedehnten, krustigen Flatterrosette schielt. Das kleine Schokoauto, das wo fährt, is scho widder am Rumhupne.
Weil... warum auch? Was ist denn "rechtzeitig" für jemanden, der niemals zur rechten Zeit irgendwo zu sein, irgendwen zu sehen, irgendendwas zu tun hat? Die rechte Zeit ist für ihn immer der Moment, in dem sich eines seiner Grundbedürfnisse gegen die anderen allein aufgrund von instinktivem Drang durchsetzt. Deswechne geht Reiner auch mit seinen vielen Gebrechen, bei welchen schon ein einziges die meisten Menschen in höchste Alarmbereitschaft versetzen würde, nicht zum Arzt. Wieso auch? Halten ihn seine offenen Wasserstampfer vom Wiggsen ab? Oder die kapotten Zähne im Maul vom Daddeln? Verhindert sein Fußpilz, dass er sich die dritte JA! Lasagne ins Maul stopfen kann? Und die schlimmen Gedanken, die er durchs Daddeln verdrängt, die geben ja ihre Ruhe, wenn er, von den fehlenden Anstrengungen des Tages völlig erschöpft in seine Bettpritsche fällt und binnen weniger Minuten ins Land der geilen Träume, der geilen, entrinnt - und gegen den Flüssigstuhl hat er doch schon längst mit dem Kaggduschne das nötige Allheilmittel gefunden. Kühlt ihn gleich ab und nach so einer schönen heißen Dusche fühlt man sich doch gleich viel entspannter. Ist ja fast wie Sauner.
Reiners Freiheit ist zu seinem Gefängnis geworden. Sie ist völlig wertlos für ihn, weil er in seinem Leben keinerlei sinnstiftendes, übergreifendes Konzept hat, in welches er irgendetwas von seinen Tätigkeiten sinnvoll integrieren oder es dazu in ein Verhältnis setzen kann. Ein Hobby wie Zoggmäh wird erst dadurch zum Hobby, dass man es als Gegenstück zu einer Erwerbstätigkeit setzen kann. Das eine macht man - in der Regel -, weil man es "muss" und das andere, weil man es "will". Deswegen ist dieser Unfug von "Das Hobby zum Beruf machen" auch in den allermeisten Fällen ein absolut fataler Fehler. Sehe ich bei meinen Bekannten, die Berufsmusiker geworden sind. Schinkne ist jetzt auch kein schlechter Musiker, für die meisten Gelegenheiten ist es mehr als ausreichend. Dafür kann ihn keiner dazu zwingen, Musik zu machen. Wenn er keinen Bock hat, weil er sich grad nicht danach fühlt, lässt er es sein. Es gibt kaum etwas, was einem schneller die Freude an etwas nehmen kann, als wenn man es nicht mehr aus Spaß an der Freude macht, sondern weil man ansonsten kein Geld verdient.
Dieses "Konzept", und das ist halt das berühmte "Erwachsenwerden", besteht daraus, Verantwortung zu übernehmen. Für einen Beruf, für eine Familie, für Freunde, für die Gemeinschaft, für wen auch immer. Wenn man aber mit der Verantwortung für sich selbst schon überfordert ist, was macht man dann?
Dann sitzt man mit Mitte 30 im Monteurszimmer eines schuldunfähigen Neonazis und macht das, was man schon immer gemacht hat: Wiggsi-Daddli-Fressi-Schlafi. Und morgen dann auch wieder. Und am Tag danach. Und danach. Rinse and repeat. Second verse, same as the first. Und täglich grüßt das Wassertier.