#130463
Weltfrieden
30 Apr. 2023, 20:44
Zitat von: gayusschwulius
Unglaublich behinderter Post, kein Wunder, dass der deutsche Michel nicht zu Geld kommt. Und kein Wunder, dass hier die Winklersche Meinung vertreten wird, es ist bekanntlich immer das Gegenteil von dem wahr, was das Beinwassersilo glaubt. Wenn man etzadla wüsste, was Dividenden, Durchschnittsrenditen, Wirtschaftswachstum und Diversifizierung sind und wo der Unterschied zwischen Investition und Spekulation liegt. Jesus Christus, warum bringen sie den Kindern heutzutage in der Schule nicht einmal mehr die absoluten Grundlagen des Kapitalmarkts bei?
Aber weil ich ein netter Mensch bin, erkläre ich dir und dem Rest des Forums das einmal ganz simpel:
Entgegen der landläufigen Meinung ist der Kapitalmarkt kein Nullsummenspiel. Das heißt, dass nicht für jeden Gewinn einer Person eine andere Person Verlust machen muss, sondern insgesamt macht der Markt weitaus mehr Gewinn als Verlust, weshalb auch die allermeisten Anlagepositionen Gewinn machen. Du konkurrierst also gerade nicht mit den Profis, weil ihr kein Versus-, sondern ein Coop-Spiel spielt. Warum ist das so? Einfach - weil die allermeisten Unternehmen Gewinne erwirtschaften und diese Gewinne über die Dividenden an die Aktionäre, die als Gesellschafter die "Eigentümer" der Aktiengesellschaft sind, ausgeschüttet werden.
Außerdem wächst die Wirtschaft langfristig gesehen immer. Kurzfristig schrumpft sie zwar ab und an in Wirtschaftskrisen, der Langzeittrend über Jahrzehnte hinweg ist aber seit dem Beginn der Marktwirtschaft (also seit mehreren Jahrhunderten) immer und ausschließlich positiv. Im Schnitt wirft daher die durchschnittliche Aktie inflationsbereinigt ca. 7-10% Rendite ab.
Nun kommt von dir der Einwand: "Aber Unternehmen XYZ ist pleite gegangen und viele Leute haben dabei Verlust gemacht! Dieses Risiko ist es mir nicht wert!" Und das ist der Punkt, an dem Diversifizierung ins Spiel kommt.
Ich spiele hier mal (Mobbing-)Jesus und bilde ein anschauliches Gleichnis: Stell dir vor, ein irrer Psychopath hält dir eine Schusswaffe an den Kopf, drückt dir einen Würfel in die Hand und erklärt dir, dass er dich erschießt, wenn du eine eins würfelst. Kein schöner Gedanke, denn die Wahrscheinlichkeit, dass du eine 1 würfelst, ist immerhin 1:6.
Was aber, wenn er sagt, du musst hundertmal würfeln und er erschießt dich nur dann, wenn die Durchschnittszahl aller Würfe eine 1 ist? Tja, dann kannst du dich entspannt zurücklehnen, denn das wäre nur dann der Fall, wenn du hundert Einsen in Folge würfelst, sodass die Wahrscheinlichkeit 1: (6^100) ist, weshalb du weniger Risiko läufst, gleich erschossen zu werden, als morgen von einem Meteor getroffen zu werden.
Exakt so funktioniert auch Diversifizierung in einem Aktienportfolio. Ja, die einzelne Aktie hat ein erhebliches Ausfallrisiko; wenn du aber viele verschiedene Aktien hast, sinkt durch den statistischen Normalisierungseffekt die Wahrscheinlichkeit, langfristig Verlust zu machen, immer weiter, bis sie bei nahezu null ist. NIEMAND, KEIN EINZIGER MENSCH, macht mit einem Aktienportfolio, das aus ein paar Dutzend unterschiedlicher Posten aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen besteht, über ein paar Jahrzehnte hinweg Verlust. Wenn er Pech hat, bekommt er vielleicht nicht die versprochenen 7 % Rendite jährlich, sondern nur 5 %, wenn er Glück hat, vielleicht sogar 12 %, Gewinn macht er aber in jedem Falle - es sei denn, die Gesamtwirtschaft kollabiert vollständig, in dem Falle haben wir aber ganz andere Probleme, da das gleichzeitig auch einen Kollaps der Zivilisation an sich bedeutet.
Ich hatte vor den jeweiligen Skandalen sowohl VW- als auch Bayer-Aktien. Trotzdem habe ich in den letzten zehn Jahren zusammengerechnet (und inflationsbereinigt) ungefähr 50 % Gewinn auf mein Gesamtportfolio gemacht. Warum? Weil die Gewinne, die ich mit anderen Positionen gemacht habe, diese einzelnen Ausfälle mehr als kompensiert haben.
Die private Vermietung von Wohnraum hat hingegen eine Rendite von ungefähr 1-2 % pro Jahr, aufgrund des hohen Verwaltungsaufwands, des Ausfallrisikos von Mietern etc.
Es ist also schlicht keine Situation denkbar, in der der Ankauf und die Vermietung von Immobilien langfristig besser als die Anlage in ein gemischtes Aktienportfolio ist (Ausnahme: Du machst das ganze in ganz großem Stil, weil hier das Economy-of-Scale-Prinzip gilt).
Ceterum Censeo, Rudis Bua vertritt einmal mehr eine unhaltbare Ansicht, die sich im Volk nur deshalb so hartnäckig hält, weil der Durchschnittsbürger blöd genug ist, einmal in seinem Leben Geld in irgendeine Hype-Aktie auf dem Gipfel ihrer Popularität zu stecken und sich dann wundert, warum er Verlust macht.
So genug WoT gemauert.
Hätte Bumsdi damals nicht 8.000 Euro im Herbst 2011 in Telefonsex und Datingseiten investiert, sondern in Bitcoin, so hätte er heute (Tageskurs) 57.704.824,90 EUR.