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"Verbotene Algorithmen der Ost-Liebe: Ein Roman zwischen Bytes und Begierde"

  • #1 DienerSeinerMajestät 7 März 2025, 01:17

    Kapitel 1: Ein Funke im System

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    Dresden, 1984. Die Stadt lag unter einem dichten, grauen Himmel, der den Regen in feinen, unnachgiebigen Schleiern auf das Pflaster tropfen ließ. Straßenlaternen warfen müde Lichtkegel in die Dunkelheit, während das Neon der wenigen Bars und Restaurants wie träge Glut in der Nacht flackerte. Martin Krause zog den Mantelkragen hoch, als er aus den Hallen des VEB Robotron-Elektronik trat. Der Tag war lang gewesen, zu lang, gefüllt mit Berechnungen, Algorithmen und der erdrückenden Präsenz der Staatssicherheit, die mit unsichtbaren Augen jeden seiner Schritte überwachte.

    Er wusste, dass seine Arbeit bedeutete. Vielleicht mehr, als ihm selbst bewusst war. Der Quantencomputer, an dem er arbeitete, sollte die technologische Landschaft des sozialistischen Blocks für immer verändern – falls er jemals fertiggestellt wurde. Doch die DDR war ein Käfig aus Vorschriften, aus Erwartungen, aus endlosen Berichten, die geschrieben werden mussten, um die Bürokraten in Ostberlin zufriedenzustellen. Und Martin? Er war ein Geist, ein Schatten zwischen den Zahlen, ein Mann, der seine Gedanken nur mit Lochkarten und Magnetbändern teilte.

    Aber heute war anders. Heute war da eine Unruhe in ihm, ein Kribbeln unter der Haut, das nichts mit der Kälte des Dresdner Herbstes zu tun hatte.

    Ohne wirklich darüber nachzudenken, lenkten ihn seine Schritte in Richtung Innenstadt. Am Altmarkt vorbei, durch die dunklen Gassen der Wilsdruffer Straße, bis er vor dem Hotel "Astoria" stand. Der Wind trug den Duft von nassem Stein, abgestandenem Rauch und Cognac aus den offenstehenden Türen der Bar zu ihm. Er zögerte. Es war töricht, hier zu sein. Aber die Nächte waren einsam, und der Whisky, den sie hier servierten, war besser als das, was er in seiner kargen Wohnung trank.

    Er trat ein.

    Das Innere war warm, getaucht in das sanfte Licht von Lampen, deren Schirme vergilbt und voller Zigarettenrauch waren. An der Bar saßen Männer mit schweren Mänteln, das Gesicht im Schatten ihrer Hüte verborgen. Frauen mit hohen Wangenknochen und dunkelroten Lippen bliesen Rauch in die stickige Luft, während Jazz leise aus einem alten Radio sickerte. Martin bestellte einen Whisky, ließ den Blick durch den Raum schweifen – und dann sah er sie.

    Sie saß allein an einem kleinen Tisch in der Ecke, ein Glas Rotwein in der Hand. Ihre Lippen waren eine Spur zu dunkel geschminkt, ihr Haar fiel in losen Wellen über die Schultern, und ihre Augen… ihre Augen waren grün wie die dunklen Tiefen der Elbe bei Nacht. Sie hielt ihre Zigarette mit einer Eleganz, die in der DDR selten war, und als sie ihren Blick auf ihn richtete, wusste er, dass er verloren war.

    Er wusste auch, dass sie kein Zufall war.

    Er nahm einen Schluck von seinem Whisky, spürte, wie das Brennen in seiner Kehle eine wohlige Wärme in ihm auslöste, und zwang sich, nicht sofort hinzugehen. Doch sie nahm ihm die Entscheidung ab. Langsam, mit einer katzenhaften Anmut, stand sie auf und kam zu ihm herüber. Ihre Bewegungen waren geschmeidig, berechnend, als hätte sie das schon hundert Mal getan. Sie setzte sich auf den Barhocker neben ihm, bestellte eine weitere Zigarette und sah ihn mit einem Lächeln an, das zu viele Geheimnisse verbarg.

    "Sind Sie auch ein Mann, der es vorzieht, in den Schatten zu sitzen?" fragte sie, ihre Stimme weich wie dunkler Samt.

    Martin drehte das Glas zwischen seinen Fingern. "Ich beobachte lieber aus der Entfernung."

    "Und was sehen Sie?"

    Er ließ den Blick über ihr Gesicht gleiten. Ihre Wangenknochen waren scharf, ihre Haut hatte das blasse Leuchten von jemandem, der mehr von der Nacht lebte als vom Tag. "Jemanden, der nicht hierher gehört."

    Ihr Lächeln vertiefte sich. "Vielleicht gehöre ich nirgendwo hin."

    Er lehnte sich näher, spürte den leichten Hauch von teurem Parfum und Rauch auf ihrer Haut. "Dann haben wir etwas gemeinsam."

    Sie nahm einen Schluck von ihrem Wein, ließ ihn einen Moment auf der Zunge liegen, als würde sie über seine Worte nachdenken. Dann reichte sie ihm ihre Hand. "Sophie Weber."

    "Martin Krause."

    Ihre Finger waren kühl, doch ihr Griff war fest. Sie hielt seine Hand einen Moment länger, als es notwendig war, bevor sie sich wieder zurücklehnte. "Und was tun Sie, Martin Krause, wenn Sie nicht gerade Whisky trinken und Fremde mustern?"

    Er zögerte. "Ich arbeite in der Elektronikbranche."

    "Robotron?" Ihr Blick war scharf, wissend.

    Er nickte langsam. "Ja."

    "Sie sind also ein Mann, der Codes schreibt." Sie legte den Kopf leicht schief. "Und was, wenn ich Ihnen sage, dass ich eine Frau bin, die gerne Rätsel löst?"

    Er lachte leise, konnte nicht anders. "Dann hoffe ich, dass ich ein Rätsel bin, das Sie nicht zu schnell lösen."

    Sie erwiderte sein Lächeln nicht. Stattdessen legte sie ihre Hand auf seinen Unterarm, ihre Berührung leicht, kaum mehr als ein Flüstern. "Manche Rätsel will man vielleicht gar nicht lösen. Sondern bewahren."

    Sie war gefährlich. Er wusste es. Aber als sie später in der Nacht seine Hand nahm und ihn aus der Bar führte, als sie durch die dunklen Straßen Dresdens gingen und schließlich vor ihrer Wohnung standen, war es ihm egal.

    Er wusste nicht, ob sie eine Spionin war oder eine Frau, die sich nach einer Berührung sehnte, die echt war in einer Welt, die nur aus Lügen bestand.

    Aber als sie ihn küsste, mit einem Hunger, der mehr war als nur Spiel, da vergaß er alles.

    In dieser Nacht gab es keine Codes. Keine Algorithmen. Keine Staatssicherheit.

    Nur ihre Haut, die nach Rauch und Wein schmeckte, und das Wissen, dass er sich auf einen Weg begeben hatte, von dem es kein Zurück mehr gab.

  • Mod/RDW
    #2 Kenny F. Powers 18 März 2025, 20:56

    Hab ich mir nicht durchgelesen.
    Aber 10p weil der Einsendungstitel mich zum Tschmunzeln brachte.

  • #3 Lyoner 19 März 2025, 07:25

    Jeder Multi jetzt anderer Autor oder wie?

    Wann schreibt endlich mal einer über die nasse Scheide von @noochgre s Mama

  • Mod/RDW
    #4 Kenny F. Powers 19 März 2025, 09:42

    Zitat von: Lyoner

    Wann schreibt endlich mal einer über die nasse Scheide von @noochgre s Mama


    Buchtitel "Als das Grün grünte - Liebesabenteuer eines Grünschnabels"