Zitat von: strangestnights
Ein durchaus intressanter Artikel...
Unter den «Bitcoin 64» befanden sich Ross Ulbricht, Gründer von Silk Road, einer von der FBI stillgelegten illegalen Bitcoin-Firma, sowie der als Betrüger verurteilte Michael Brown, der den amerikanischen Ex-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney erpressen wollte. Der wichtigste Player dürfte Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto sein – die Identität hinter dessen Pseudonym ist bis heute unbekannt.
Marktanalysten hatten schon lange vermutet, dass Bitcoin nicht dezentralisiert ist, wie behauptet, und dass deswegen auch die Besitzverhältnisse weit weniger egalitär sind als angepriesen. Tatsächlich hat sich die Vermögenskluft im Bitcoin-Markt sogar noch weiter zugespitzt. Einer Untersuchung des National Bureau of Economic Research zufolge kontrollieren derzeit 10’000 Investoren 5 Millionen Bitcoins.
Das heisst, dass nur 0,01 Prozent der Besitzer 27 Prozent des Bitcoins-Vermögens besitzen. Zum Vergleich: In den USA kontrolliert 1 Prozent der Bevölkerung 30 Prozent des privaten Vermögens. An diesen extremen Besitz- und Machtverhältnissen wird sich gemäss der Studie des National Bureau of Economic Research nichts ändern. «Der grösste Teil der künftigen Gewinne wird einer kleinen Zahl von Besitzern zufallen.» Diese Machtballung habe die digitale Währung sehr anfällig für Kursschwankungen gemacht, warnen beide Studien.
Solche Risiken dürften zum anhaltenden Preissturz der Kryptowährungen beigetragen haben, deren Gesamtwert seit letztem Herbst von 3000 auf noch 950 Milliarden Dollar geschrumpft ist. Die tiefen Preise hinderten einige grosse Spekulanten allerdings nicht daran, Profite einzustreichen, solange sie noch zu machen sind. Jüngst stiessen vier Coinbase-Manager Aktien aus dem Börsengang ab und kassierten mehr als 1 Milliarde Dollar.
Weniger gut ging es dagegen jenen 260’000 kleinen Anlegern, die auf Kredit mit Kryptowährungen spekulierten und ihre Verluste nicht decken konnten. Ihre Positionen wurden kürzlich mit Verlusten von über 1 Milliarde Dollar liquidiert.
Doch der Preiskollaps scheint sie nicht allzu fest zu beunruhigen. Zu hoch ist offenbar ihr Gewinn aus dem frühen Einstieg bei Bitcoin. Nachdem sie 10 Prozent der Angestellten ihrer Bitcoin-Firma entlassen hatten, traten sie letzte Woche in einem Rockclub in New Jersey auf und überraschten das Publikum mit ihrer Version des Hits «Don’t Stop Believin’». Der Auftritt sei ein «seltsames und empörendes Erlebnis» gewesen, kommentierte ein Gast das Schauspiel der Brüder und ihre Forderung, die Hoffnung in Bitcoin nicht aufzugeben.
Hier ein Bild der beiden Honks:
Mit ihrer Arbeit deckten die Forscher auch auf, dass Bitcoin nicht ausreichend gegen Datenlecks geschützt ist. Die Arbeit war zwar aufwendig und erforderte detektivische Beharrlichkeit. Aber dass es gelang, die 64 grössten Bitcoin-Besitzer ausfindig zu machen, obwohl sie anonym auftreten, zeigt eine grosse Schwäche der Kryptowährung, wie es in der Baylor/Rice-Studie heisst. «Es ist zu erwarten, dass in Zukunft viele Kryptowährungen solchen ‹Follow the Money›-Angriffen ausgeliefert sein werden.»
Am Bitcoin-Crash konnte eigentlich nichts überraschen. Die Kryptowährungen folgen dem gleichen Muster wie frühere von Manie und Gier getriebene Finanzblasen. So war der Börsencrash 2000 die Reaktion auf die irrationalen Erwartungen in die ersten Internetfirmen. Der Nahezu-Kollaps der globalen Finanzmärkte 2008 ging auf eine hemmungslose Immobilienspekulation mit billigem Geld zurück.
«Krypto hat enorme Hoffnungen und eine Euphorie geweckt, die durch nichts begründet waren», sagt Leah Wald, Gründerin und Chefin des Vermögensverwalters Valkyrie Investments. «Auch wenn das viele geglaubt haben, Krypto ist keine neue Art von Investitionen.»
Im Ernst Leute, wer von euch würde denn einen Miet- Arbeits- oder Kreditvertrag in Bitcoin akzeptieren?
Anyone?
Quelle: https://www.tagesanzeiger.ch/eine-kleine-elite-profitiert-trotz-des-krypto-crashs-123875998520
Eine kleine Elite profitiert trotz des Krypto-Crashs
Krypto-Coins wurden als demokratische Währungen angepriesen. Der Crash hat diesen Mythos gründlich demontiert.
Neue Untersuchungen zeigen, dass Bitcoin von einer kleinen Gruppe von Investoren kontrolliert wird, die zwar ebenfalls vom Preissturz betroffen sind, jedoch nicht wie Hunderttausende von Kleinanlegern um ihren Einsatz bangen müssen. Im Gegenteil: Es ist zu erwarten, dass diese Minderheit in Zukunft noch verstärkt die Profite an sich reissen wird.
Eine Forschungsgruppe am Baylor College of Medicine und an der Rice University untersuchte die Aktivitäten der Bitcoin-Mineure und -Investoren zwischen 2009 und 2011, also in den ersten zwei Jahren nach der Marktöffnung der Währung.
Die Forschenden verfolgten Hunderttausende Transaktionen zurück zu den User-Adressen und machten Querverbindungen, die darauf hinweisen, dass Bitcoin von Anfang an nicht dem Anspruch einer egalitären Währung genügte. Fazit: «In den ersten zwei Jahren dominierten nur 64 Akteure die Produktion von Bitcoins.» Diese stellten zwischen 2009 und 2011 fast 2,7 Millionen Bitcoins her, das heisst mehr als 10 Prozent der 21 Millionen Bitcoins, die letztlich produziert werden können.
Eine Handvoll Akteure hätte Chaos anrichten können
Die Zahl von nur 64 Mineuren «ist um mehr als 1000-mal kleiner als das, was man bisher über die Bitcoin-Gründergeneration wusste», heisst es in der Studie. Diese Akteure kontrollierten zeitweise über 50 Prozent der Bitcoins. Manchmal wären sogar nur vier bis sechs Akteure in der Lage gewesen, den Markt ins Chaos zu stürzen, wenn sie ihre Bestände verkauft hätten. Dass sie es nicht taten, lag gemäss der Studie daran, dass sie ihre goldene Gans nicht vorzeitig schlachten wollten.Unter den «Bitcoin 64» befanden sich Ross Ulbricht, Gründer von Silk Road, einer von der FBI stillgelegten illegalen Bitcoin-Firma, sowie der als Betrüger verurteilte Michael Brown, der den amerikanischen Ex-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney erpressen wollte. Der wichtigste Player dürfte Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto sein – die Identität hinter dessen Pseudonym ist bis heute unbekannt.
Marktanalysten hatten schon lange vermutet, dass Bitcoin nicht dezentralisiert ist, wie behauptet, und dass deswegen auch die Besitzverhältnisse weit weniger egalitär sind als angepriesen. Tatsächlich hat sich die Vermögenskluft im Bitcoin-Markt sogar noch weiter zugespitzt. Einer Untersuchung des National Bureau of Economic Research zufolge kontrollieren derzeit 10’000 Investoren 5 Millionen Bitcoins.
Das heisst, dass nur 0,01 Prozent der Besitzer 27 Prozent des Bitcoins-Vermögens besitzen. Zum Vergleich: In den USA kontrolliert 1 Prozent der Bevölkerung 30 Prozent des privaten Vermögens. An diesen extremen Besitz- und Machtverhältnissen wird sich gemäss der Studie des National Bureau of Economic Research nichts ändern. «Der grösste Teil der künftigen Gewinne wird einer kleinen Zahl von Besitzern zufallen.» Diese Machtballung habe die digitale Währung sehr anfällig für Kursschwankungen gemacht, warnen beide Studien.
Solche Risiken dürften zum anhaltenden Preissturz der Kryptowährungen beigetragen haben, deren Gesamtwert seit letztem Herbst von 3000 auf noch 950 Milliarden Dollar geschrumpft ist. Die tiefen Preise hinderten einige grosse Spekulanten allerdings nicht daran, Profite einzustreichen, solange sie noch zu machen sind. Jüngst stiessen vier Coinbase-Manager Aktien aus dem Börsengang ab und kassierten mehr als 1 Milliarde Dollar.
Weniger gut ging es dagegen jenen 260’000 kleinen Anlegern, die auf Kredit mit Kryptowährungen spekulierten und ihre Verluste nicht decken konnten. Ihre Positionen wurden kürzlich mit Verlusten von über 1 Milliarde Dollar liquidiert.
Zwillinge sorgen für Ärger
Zu den Kryptomilliardären gehören die Zwillingsbrüder Winklevoss. Sie hatten sich von Facebook-Chef Mark Zuckerberg eine Abfindung von 65 Millionen Dollar erstritten, die sie in Bitcoin investierten. Zu den besten Zeiten sollen sie über 6 Milliarden Dollar wert gewesen sein.Doch der Preiskollaps scheint sie nicht allzu fest zu beunruhigen. Zu hoch ist offenbar ihr Gewinn aus dem frühen Einstieg bei Bitcoin. Nachdem sie 10 Prozent der Angestellten ihrer Bitcoin-Firma entlassen hatten, traten sie letzte Woche in einem Rockclub in New Jersey auf und überraschten das Publikum mit ihrer Version des Hits «Don’t Stop Believin’». Der Auftritt sei ein «seltsames und empörendes Erlebnis» gewesen, kommentierte ein Gast das Schauspiel der Brüder und ihre Forderung, die Hoffnung in Bitcoin nicht aufzugeben.
Hier ein Bild der beiden Honks:
Mit ihrer Arbeit deckten die Forscher auch auf, dass Bitcoin nicht ausreichend gegen Datenlecks geschützt ist. Die Arbeit war zwar aufwendig und erforderte detektivische Beharrlichkeit. Aber dass es gelang, die 64 grössten Bitcoin-Besitzer ausfindig zu machen, obwohl sie anonym auftreten, zeigt eine grosse Schwäche der Kryptowährung, wie es in der Baylor/Rice-Studie heisst. «Es ist zu erwarten, dass in Zukunft viele Kryptowährungen solchen ‹Follow the Money›-Angriffen ausgeliefert sein werden.»
Am Bitcoin-Crash konnte eigentlich nichts überraschen. Die Kryptowährungen folgen dem gleichen Muster wie frühere von Manie und Gier getriebene Finanzblasen. So war der Börsencrash 2000 die Reaktion auf die irrationalen Erwartungen in die ersten Internetfirmen. Der Nahezu-Kollaps der globalen Finanzmärkte 2008 ging auf eine hemmungslose Immobilienspekulation mit billigem Geld zurück.
«Krypto hat enorme Hoffnungen und eine Euphorie geweckt, die durch nichts begründet waren», sagt Leah Wald, Gründerin und Chefin des Vermögensverwalters Valkyrie Investments. «Auch wenn das viele geglaubt haben, Krypto ist keine neue Art von Investitionen.»
Im Ernst Leute, wer von euch würde denn einen Miet- Arbeits- oder Kreditvertrag in Bitcoin akzeptieren?
Anyone?
Quelle: https://www.tagesanzeiger.ch/eine-kleine-elite-profitiert-trotz-des-krypto-crashs-123875998520


