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fischkopp85
31 Jan. 2023, 15:37
Zitat von: CEO_von_MTU (2014 - 2022)
Hier noch ein paar Bilder. Leider kommt das gar nicht so stark raus, wie mies die meisten Häuser da sind. Die Winklersche Kabelführung über der Bank ist noch sehr geordnet. An anderen Häusern ging das noch viel wilder zu. Finde die Bilder dazu leider nicht mehr.
Das Albaicín vom Torre de la Vela von der Alhambra aus fotografiert
Im Vergleich zu den darauffolgenden Bildern natürlich nicht vergleichbar. Wir haben hier ein im frühen 16. Jahrhundert errichtetes weißes Dorf, das ungefähr 30 Jahre nach der Vertreibung der letzten Mauren entstanden und somit von konvertierten oder auch schon länger getauften Katholiken errichtet wurdem, weil der Platz innerhalb der Burgmauern der Alhambra nicht mehr ausgereicht hatte. Übrigens, wenn man weiter nach links schaut, wo der Rest der Stadt Granada auf einer Hochebene liegt, war nahezu alles Feld für den Acker. Jegliches tieferliegende Gebäude (auch die Kathedrale) stammen aus dem mittleren 17. Jahrhundert oder später.
Ich würde da sogar behaupten, dass das Leben in diesen (auf dem Bild zu sehenden) Häusern bewusst spartanisch gehalten ist, aber auch deutlich einladender ist, als die Hochhäuser aus den 1960ern, die man auf weiteren Bildern sieht. Da wird die Devise -ähnlich wie hierzulande- gewesen sein, dem Bevölkerungswachstum mit schnell errichteten und kostengünstigen Hochhäusern entgegen zu kommen. Zwar erlebte auch Spanien einen für seine Verhältnisse erheblichen Wirtschaftsboom zwischen den 1960ern und 1980ern (Intensivierung der Landwirtschaft und Mobilität von europäischen Touristen), aber der ging nicht in schönere Innenstädte über (siehe auch Deutschland). Üblicherweise haben auch Familien profitiert, doch deren Fokus lag auf einem Haus im Schönen (Natur oder Meer) und darüber hinaus ein Appartment / eine Wohnung in der Stadt. So hatten viele Spanier, die ich dort kennengelernt habe, in der Stadtwohnung der Familie gelebt (und dort gearbeitet oder studiert, während die Älteren zurück ins Dorf zogen) und keine Miete gezahlt, das Einkommen war jedoch kümmerlich, auf gute Tapas wurde da aber als letztes verzichtet. Und spätestens mit der Finanzkrise hat sich auch dort der Reallohn der Familien drastisch gesenkt. Vielleicht erklärt es ein bisschen deine Eindrücke.