Na, schaut ihr alle brav Barbie?
Oppenheimer: Wollte ich mir erst gar nicht ansehen, weil die Kritiken von zwei YouTube-Kritikern eher mau waren. Diese Dummjungen. Warum folge ich diesen Trotteln eigentlich? "MaN mUss SiCH voRher InFoRmierT haBeN", so einer der Kritiker. Na sicher muss man das. Das ist kein Film für Zurückgebliebene.
(Das Studium des Wikipediartikels über Oppenheimer reicht aber.)
Trotz der erstaunlichen Länge durchwegs spannend, der Film, habe im vollen Kinosaal über die gesamte Lauflänge niemanden gähnen gehört. Habe ihn mit aktiviertem Idiotenfilter geschaut (also die Originalversion). Was uns zu einem typischen Nolan-Problem führt: dem Sounddesign. Es gab immer wieder Passagen, die ich nur schlecht verstanden habe. Liegt angeblich daran, dass Christopher Nolan nur für IMAX abmischt und alle anderen Sound-Varianten unter den Tisch fallen lässt. Egal, es hat mich dieses Mal nicht so gestört wie bei "Tenet", wo gewaltige Tröten den Dialog permanent weggedonnert haben. Die Bildersprache bei Oppenheimer ist derart stark, dass den Dialogen damit kräftig unter die Arme gegriffen wird.
Der Film gliedert sich in zwei Teile: Der Weg zur Bombe & Oppenheimer vor "Gericht". Erster Teil: Absolut großartig. Nichtlinear, Wahnsinnsausstattung, handgemachte Effekte für die Welt des Allerkleinsten, echte Atombomen-Explosion (oder zumindest eine, die so aussieht). Zweiter Teil: Noch immer nichtlinear, etwas zäher, aber immer noch spannend.
Großartige Performances von Cillian Murphy, Matt Damon und Robert Downey Jr. Die Frauenrollen kommen etwas zu kurz, aber es gibt eine relativ gute Nacktszene mit Florence Pugh.
Negativ: Matthias Schweighöfer als Heisenberg. Til Schweiger hätte den sicher besser verkörpert.
9/10 Dieser Beitrag wurde von Herzkönig am 25.07.2023 20:28:32 bearbeitet.



