Josef Samen, Montana. ChristAngeheftet ·vor 5 Tagen25
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Kann man es ihnen verdenken? Die Zukunft mit der wir aufgewachsen sind, gibt es nicht mehr. Die Realität geht Richtung Dystopie und no na ned sucht man sich in einer heillos zerfransten Welt seine Nischen um wenigstens noch ein wenig Glück für sich zu sichern.
Wir Kinder der 70/80er Jahre waren/sind die glücklichen Seelen, die mit einem Funken Hoffnung aufwachsen durften.
Ja, dass die Welt dauerhaft kurz vorm Atomkrieg war hat Josef Samen wohl aweng fergessne
Es geht nicht um das Jetzt, das Ausgangsposting sagt, dass unsere Welt "in Richtung Dystopie" geht. In den 80ern gab es den Kalten Krieg, ja - aber der war eben, nun ja: kalt. Der Eiserne Vorhang war für uns kein wirkliches Problem, man konnte halt nicht in den Osten fahren.
Ja, dass die Welt dauerhaft kurz vorm Atomkrieg war hat Josef Samen wohl aweng fergessne
Das ist halt Unsinn. Seit der Überwindung der Kuba-Krise im Oktober 1962 war im Grunde klar, dass beide Seiten im Ernstfall nicht bereit sein würden, die Vernichtung der Welt leichtsinnig zu riskieren.
Durch die darauf folgende Entspannungspolitik (Einrichtung des »heißen Drahtes« zwischen Washington und Moskau, verschiedene Verbots- und Regulierungsverträge für den Einsatz von Atomwaffen), die schließlich in die beidseitige Ratifizierung der KSZE-Schlussakte 1975 mündete, war das Szenario eines Atomkrieges in weite Ferne gerückt.
Erst durch die Nachrüstungsdebatte angesichts der neuen sowjetischen SS-20 Trägerraketen, die in Deutschland erst Ende 1979 an Fahrt aufnahm, rückte die Angst vor einem Atomkrieg wieder in den Vordergrund.
Diese neue »heiße Phase« im Kalten Krieg erstreckte ziemlich genau auf die erste Amtsperiode von Reagen, mit den beiden Fast-Eskalationen rund um Breschnews Tod 1982 und der NATO-Übung ›Able Archer‹ 1983.
Gorbatschow bot der NATO bald nach seinem Antritt als Generalsekretär im März 1985 umfassende Abrüstungsvereinbarungen an. Im Grunde endet mit seinem Amtsantritt bereits zweite »heiße Phase« im Kalten Krieg, da ihm (anders als seinen greisen Vorgängern) völlig klar ist, dass sich die Sowjetunion dieses Wettrüsten längst nicht mehr leisten kann und das Land kurz vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch steht.
Es sind also etwas mehr als vier Jahre, in der die Angst vor dem Atomkrieg die Kinder und Jugendlichen der frühen 80er-Jahre nochmals wirklich nachhaltig prägt.
Die Kommunisten hatten nie vor, größere Land-Operationen durchzuführen. Der Westen hatte nie vor, größere Militäroperationen gegen die Blockstaaten durchzuführen. Das war jedem klar, der eine gewisse Reife erreicht hat. Vorübergehende Spannungslagen ausgeklammert.
Aber damals gabs halt noch gute Arbeitsbedingungen und eine funktionierende Zivilgesellschaft.
Kommentare



panic, DiePlautze, Eulen und Meerkatzen und 10 andere
Prof. Kangaroo, Steinsuppenkoch und Paret Einsund wer hat denn diese Kinder erzogen?


panic und baumarktfuzzyDie Kommentare...
Zitat:
351
Kann man es ihnen verdenken? Die Zukunft mit der wir aufgewachsen sind, gibt es nicht mehr. Die Realität geht Richtung Dystopie und no na ned sucht man sich in einer heillos zerfransten Welt seine Nischen um wenigstens noch ein wenig Glück für sich zu sichern.
Wir Kinder der 70/80er Jahre waren/sind die glücklichen Seelen, die mit einem Funken Hoffnung aufwachsen durften.
Ja, dass die Welt dauerhaft kurz vorm Atomkrieg war hat Josef Samen wohl aweng fergessne

unwürdigerknecht und Prof. Kangaroo40
vor 1 Tag1
Es geht nicht um das Jetzt, das Ausgangsposting sagt, dass unsere Welt "in Richtung Dystopie" geht. In den 80ern gab es den Kalten Krieg, ja - aber der war eben, nun ja: kalt. Der Eiserne Vorhang war für uns kein wirkliches Problem, man konnte halt nicht in den Osten fahren.
sehr weitsichtig

Prof. Kangaroo und Stoffkasper
DiePlautze und baumarktfuzzy
DiePlautze und unwürdigerknechtDurch die darauf folgende Entspannungspolitik (Einrichtung des »heißen Drahtes« zwischen Washington und Moskau, verschiedene Verbots- und Regulierungsverträge für den Einsatz von Atomwaffen), die schließlich in die beidseitige Ratifizierung der KSZE-Schlussakte 1975 mündete, war das Szenario eines Atomkrieges in weite Ferne gerückt.
Erst durch die Nachrüstungsdebatte angesichts der neuen sowjetischen SS-20 Trägerraketen, die in Deutschland erst Ende 1979 an Fahrt aufnahm, rückte die Angst vor einem Atomkrieg wieder in den Vordergrund.
Diese neue »heiße Phase« im Kalten Krieg erstreckte ziemlich genau auf die erste Amtsperiode von Reagen, mit den beiden Fast-Eskalationen rund um Breschnews Tod 1982 und der NATO-Übung ›Able Archer‹ 1983.
Gorbatschow bot der NATO bald nach seinem Antritt als Generalsekretär im März 1985 umfassende Abrüstungsvereinbarungen an. Im Grunde endet mit seinem Amtsantritt bereits zweite »heiße Phase« im Kalten Krieg, da ihm (anders als seinen greisen Vorgängern) völlig klar ist, dass sich die Sowjetunion dieses Wettrüsten längst nicht mehr leisten kann und das Land kurz vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch steht.
Es sind also etwas mehr als vier Jahre, in der die Angst vor dem Atomkrieg die Kinder und Jugendlichen der frühen 80er-Jahre nochmals wirklich nachhaltig prägt.

pump3, Prof. Kangaroo und unwürdigerknechtAber damals gabs halt noch gute Arbeitsbedingungen und eine funktionierende Zivilgesellschaft.

pump3, Prof. Kangaroo und Steinsuppenkoch