Zitat von: Ding
Will nur sagen: verurteilt das nicht sofort als "undankbarer Huso hat keinen Bock auf die Schrulligkeiten seiner alten Eltern", wer das nicht über Jahre mitmachen muss (und die Tendenz war ja oft schon immer vor Einsetzen des Altersstarrsinns da und hat sich ein Leben durchgezogen) der kann das gar nicht in vollem Umfang verstehen. Es ist aus meiner Sicht menschlich verständlich. Man hat einfach manchmal die Fresse dick durch den Alltag, und hat auf Teufel komm raus keinen Nerv für solche Sperenzien von sorgenlosen Rentnerboomern.
Den Drang von Boomern nur von sich selbst zu erzählen hatten wir ja schon öfter. Dazu eine kleine Anekdote: Verwandter wunderte sich, dass bei den Feiern ja jetzt so schnell immer schluss sei, früher saß man doch ewig zusammen und hat sich unterhalten. Mir war sofort klar, was da los ist: Natürlich macht es keinen Spaß mehr, wenn alle nur noch darauf warten, dass sie endlich an der Reihe sind, um von IHREM Urlaub, IHREN Enkeln, IHREM Arztbesuch zu erzählen.
Das zweite was ich sehe, ist ein Unterschied in der Bewertung von Informationen. Die alten Leute kommen aus einer Zeit, als die Zahl der Kommunikationskanäle überschaubar und die Menge an Informationen auch eher gering war. Da hat es schon Sinn ergeben, Flyer, Auslagen, Ausschnitte miteinander zu teilen. Ich muss mir mittlerweile sehr genau aussuchen, welche Kanäle ich überhaupt privat noch nutzen will, weil alleine für die Kita haben wir vier verschiedene Kanäle. Von überall kommen Informationen und ich habe genug damit zu tun, diese zu filtern. Wenn dann noch Vaddern, oder Schwiegervaddern mit irgendeinem Schmarrn um die Ecke, der nichts mit mir zu tun, mich 0 interessiert, aber dennoch erwartet, dass ich mich zu diesem Informationsfetzen irgendwie verhalte, dann fange ich halt auch Irgendwanne an zu tilten.




