#886
Pedder
1 Mai 2022, 13:46
Zitat von: ahaha_a_gnu
Arsch-basierte Distributionen haben es leider in sich. Man muss ständig updaten, das ist unironisch fast so schlimm wie bei Windows. Klar, anders als bei Windows kommen die Updates nicht so ganz völlig ungefragt, aber effektiv muss man sie aufgrund der Sicherheitsfixes sowieso zeitnah installieren, und wenn man die Sicherheitsfixes installiert, dann sollte man gleich alles andere auch mit updaten, denn wie ich dem Arsch-Wiki entnehme, ist damit zu rechnen, dass überhaupt nichts mehr funktioniert, wenn man "partielle Updates" macht. Deshalb MUSST du updaten.
Gerade eben habe ich eine Stunde zum Updates installieren gebraucht. 49 verfickte Pakete! Und darunter war das elende LaTex, dieses gebloatete Stück Scheiße hasse ich sowieso.
Außerdem führen die Updates auch gerne mal dazu, dass einzelne Programme einfach spontan aufhören zu funktionieren, selbst dann wenn man sie nicht aktualisiert wurden sondern nur irgendein anderes Paket oder eine Library was mit diesem Programm offenbar in unklarer Weise interagiert.
Bis jetzt ist mir nichts Wichtiges kaputt gegangen und bis jetzt hat es sich auch immer nach einer Weile durch die nächsten Updates wieder eingerenkt, aber das ist halt einfach ein schlechtes Zeichen.
Das ist wohl einfach, logisch gesehen, die notwendige Konsequenz davon, wenn man von allem die neuste Version haben will.
Jetzt weiß ich auch woher das Software-Minimalismus-Meme kommt mit den kachelnden Fenstermanagern und Suckless und so weiter: Es kommt daher, dass man dadurch insgesamt weniger Pakete installiert hat, und man erreicht dadurch, dass man Arsch auch benutzen kann ohne jeden Tag stundenlang Updates installieren zu müssen.
Hatte davor ja Debian-basierte Distributionen benutzt, da gehen nicht ständig Sachen kaputt, die haben aber dafür nur alten Schrott in ihren Repos. Vor allem im Hinblick auf GUI-Programme. Da sind teilweise noch Bugs drin, die eigentlich schon vor Jahren gefixt wurden. Als Krücke hat man dann 30 verschiedene zusätzliche Installationsvehikel die das Paketmanagement irre kompliziert machen. Aber darüber habe ich ja schon im anderen Faden abgemettet. Ja es ist geil dass man auf Debian Stable teilweise wochenlang überhaupt nichts updaten muss, aber die Kehrseite ist halt dass die Debian Kaschber es nicht mal hinbekommen eine aktuelle Firefox-Version in ihren Repos vorzuhalten. Damit ist dann so ziemlich ausgeschlossen, dass man Debian Stable auf dem Heimrechner nutzt, dreimal "das universelle Betriebssystem" in meinem Arsch.
Zwar gibt es noch andere Distributionen, die nicht auf Arch oder Debian basieren, aber die sind alle obskur, experimentell oder für spezielle Zwecke und haben noch weniger Software und noch weniger Support als Arch/Debian-basierte.
Und damit landet man dann bei der Conclusio, dass Linux Mint für den normalen Heimrechneranwender alternativlos ist, denn da ist Debian drin, es geht nicht ständig alles kaputt, aber man hat Sicherheits-Updates für den Browser, und es gibt keine Ubongo-Herumschwuchtelei mit Gnome3 und Snap. Und das Problem ist dann halt der Paketmanagement-Wildwuchse.
Ich bleibe jetzt erstmal bei meiner Arsch-basierten Distribution denn ich habe besseres zu tun als wegen jeder Lappalie den Rechner platt zu machen, aber wenn ich das nächste Mal in eine Sidduerzion komme wo ich neu installieren will dann werde ich mir gut überlegen ob der Vorteil des einfacheren Paketmanagements bei Arsch es wert ist dass immer wieder Sachen kaputt gehen.
Achso. Windows oder Apple ist natürlich weiterhin ausgeschlossen. Sorry, aber jedes Mal wenn ich irgendwo einen Windows/Apple-Rechner benutzen muss, denke ich: Wow, das ist scheiße, zum Glück muss ich das nicht zu Hause benutzen.
Hab seit vier Jahren Arch auf einem Laptop und update höchstens alle paar Monate. Bis jetzt ist noch nichts kaputt gegangen, was mich selber etwas überrascht hat. Blöd ist halt, dass man ziemlich schnell neue Pakete nicht mehr installieren kann, wenn man nicht updatet, weil man dann alte Versionen braucht, die die meisten Mirrors nicht mehr anbieten.