#46
pollo👍
12 Okt. 2023, 12:02
Zitat von: Katzus Belli
Wenn du mir den Tod wünschst, ist es doch deine Meinung, dass ich tot sein sollte.
Das trifft es doch ziemlich gut. Das ist doch nur noch ein semantischer Wendehals.
"Ich hoffe du stirbst."
"Ich hoffe jemand bringt dich um."
"Ich finde, du solltest Tod sein."
"Ich bin der Meinung, dass du nicht mehr lebendig sein solltest."
Drückt unterm Strich das selbe aus, nur dass manche davon halt rein wegen der Formulierung von intellektuell unehrlichen Menschen unter den Deckmantel der Meinungsfreiheit fallen.
Ich muss hier vielleicht philospisch tiefer ausholen, aber ich finde, dass man hier an die Wurzel gehen muss: Um jemanden wirklich den Tod zu wünschen, also allen Ernstes der Überzeugung sein, dass ein Mensch am besten jetzt sofort sterben sollte muss schon ein gewisser Hass da sein.
Wie viel muss denn schief laufen, bis man der "Meinung" ist, dass jemand Tod sein sollte.
"Ich finde man sollte den Islam verbieten!" vs. "Ich finde alle Moslems sollten sterben!" stellt das schön gegenüber. Das erste akzeptiere ich als diskutable Meinung, das zweite ist Ausdruck von Emotion (Hass ist eine Emotion, lul) auch wenn es rein von der Satzstruktur Meinungsäußerungen sind.
Und ich denke genau deswegen gibt es Gesetze gegen Volksverhetzung. Hass gegen Volksgruppen kannst du auf viele Arten versuchen zu verschleiern, aber er kann sich nicht hinter ein paar Satzkonstrukten verstecken. Bei Volksverhetzung geht es ja auch um das Aufstacheln zum Hass:
Zitat:
Wann ist der Inhalt der Botschaft volksverhetzend?
Eine ausdrücklich oder konkludent vermittelte Botschaft kann in drei Fällen volksverhetzend sein. Die Grenzen zwischen den einzelnen Handlungsvarianten verschwimmen teilweise und können auch kumulativ vorliegen.
- Aufstacheln zum Hass:
Die Botschaft muss objektiv dazu geeignet sein, die Adressaten der Äußerung gegenüber den betroffenen Personengruppen geradezu feindselig (über bloße Ablehnung und Verachtung hinausgehend) zu stimmen, indem sie darauf abzielt, das Denkvermögen oder die Gefühlswelt der Adressaten zu beeinflussen.
Ich finde das "
über bloße Ablehnung und Verachtung hinausgehend" ist hier der entscheidende Faktor. Der Meinung zu sein, dass jemand besser tot wäre geht eben über Ablehung und Verachtung hinaus.