#5577
Kümmelklabauter
28 Dez. 2025, 10:53
Zitat von: Lyoner
So gut scheinst du dich dann doch nicht auszukennen:
fakt 1: Am Ende von Staffel 5 sitzt er weiterhin im Sattel und man sieht wie lang es noch geht - offiziell ist er zwar gekündigt und möchte ihn nach hause schicken, auf Grund fehlenden Ersatzs bleibt er aber dennoch und gewinnt durch seine Petition gegen den Koch plötzlich wieder enormen Zuspruch in der Chefetage
Fakt 2: Der erste Film beginnt bereits auf dem Weg zu seinem neuen Arbeitsplatz - die Ereignisse im Film sind quasi Rückblenden.
Hast du Mauljucken, mit mir über Stromberg diskutieren zu wollen? Deine beiden Fakten sind Schwachsinn.
1. Die buchstäblich allerletzte Szene der Serie Stromberg endet mit Bernd, der ins Telefon spricht: "Ich bin jetzt erst mal wieder hier, alles wie gehabt. Joa, sechs Wochen plus Urlaub, und dann ... mal gucken, sprach der Blinde, ne. Keine Ahnung." Worauf bitte soll sich das beziehen? Wohl kaum auf eine AU, er sitzt ja im Büro. Was soll das implizieren, wenn nicht eine Ende des Arbeitsverhältnisses?
2. Der Prolog des ersten Strombergfilms beginnt im Willy-Brandt-Haus, dort endet auch der Epilog. Bernd ist jetzt Berufspolitiker – und diese Entwicklung wird weder unmittelbar vorher in Staffel 5 noch unmittelbar nachher im Folgefilm in irgendeiner Art und Weise aufgegriffen. Das war einfach ein dümmlicher Wegwerf-Handlungsstrang ohne Relevanz, den man sich getrost hätte sparen können.
Zitat von: Lyoner
die Entwicklung von Ulf und Tanja ist auch konsequent - sie hat immer wieder mit diesen rothaarigen Hurensohn geflirtet.
Nein, ist sie nicht, du Trottel – ja, Tanja hat einmal (!) mit Lehmann geflirtet, aber nicht aus eigenem Antrieb, sondern um Ulf zu zeigen, dass sie menschenführungstechnisch mehr drauf hat als er. Der Pumuckl musste dafür nämlich Arbeiten übernehmen, die der Ulf eigenständig nicht delegiert bekommen hat. Ansonsten ist das Verhältnis zwischen beiden immer professionell, oft sogar konfliktbeladen gewesen: In Staffel 5 macht Lehmbach einen Witz über Tanjas mutmaßliche Unfruchtbarkeit (weswegen sie weint), am Ende von Staffel 5 tritt Tanja ihm dann sogar wutentbrannt in die Eier, weil er beim Nübel bezüglich des von Ulf initiierten NERF-Feuerkampfs gepetzt hat.
Es verhält sich sogar im umgekehrten Sinn – eine zerrüttete Ehe zwischen den Steinkes ist mit Hinblick auf die vorigen Entwicklungen sogar antikonsequent. Trotz der Holpereien, unter denen die Beziehung in der Serie immer wieder gelitten hat, tritt Ulf (der vorher ja immer mit seinem Ziehsohn gehadert hat) im letzten Drittel des Films endlich für seine Familie ein und nimmt seine Rolle als schützender Vater/Ehemann an, indem er dem Chauvi-Capitoler, der Tanja beleidigt hat, eine Backpfeife gibt. Im anschließenden Interview dazu: "Wenn deine Frau und dein Sohn dich als wärst du kein Mann, sondern irgendwie so n Lulli, das ist echt das Schlimmste. Weißte, wenn de halt auch Familie hast – dann kannste dir auch keine Feigheit mehr leisten."
Für Ulf, der mit Verbindlichkeit – sowohl Tanja als letzter Sexualpartnerin in seinem Leben als auch Marvin als "echtem" Sohn gegenüber – immer wieder gefremdelt hat, ist das ein echter Meilenstein gewesen. Will sagen: Das so ziemlich Letzte, was wir von Familie Steinke vor Release des zwoten Films gesehen haben, war eine echte und befriedigende Charakrerentwicklung. Gut, nun kann man sagen: Ist zehn Jahre her, kann einiges passiert sein, man lebt sich auseinander – das zeugt aber von miserablem Storytelling (welches ich Husmann absolut unterstelle) und von Konsequenz findet man da keine Spur.
Zitat von: Lyoner
Soviel mal zur Verteidigung der alten Serien und des ersten Films (den ich aber selber auch schon nicht so stark fand) - ich kenn den neuen noch immer nicht, aber so unreflektiert wie du an die Staffeln 4-5 und des ersten Films gehst, wird die Wahrheit irgendwo zwischen deiner Kritik und einer optimistischeren liegen
Von Staffel 4 habe ich in meinem Eingangspost überhaupt nichts geschrieben, du Idiot. Unreflektiert, ich glaub, es hackt. Wenn die Aussage, etwas sei keine 7/10 Wert, für dich Unreflektiertheit bedeutet, zeugt das wohl eher von deiner eigenen Inkompetenz zur Reflexion. Ist für dich jede Serie, die du gut findest, automatisch eine 8/10 oder höher? Anspruchsloser Affe.
Staffel 4 wär für mich bespielsweise eine glatte 7/10 (bezüglich einzelner Episoden können wir uns sogar noch über 8/10 unterhalten), aber Staffel 5 hatte diese Qualitäten halt nicht mehr. Der Herbst hat den Bernd immer überzeichneter gespielt und der Husmann hat ihn parallel dazu kaputtgeschrieben. Immer mehr plumpe Komik, die nicht subitl, sondern situativ hanebüchen war, hielt Einzug (billigste Gags wie VODZE, "Wir sind Trüffel!" – ich hass die Folge!), das Konzept Stromberg war angeschlagen, bestand aber noch. 6/10 bekommt Staffel 5 von mir – immer noch Stromberg, Grundgerüst steht, aber Ruhm und Gloria von 1 bis 3 und die Reststabilität von 4 sind Geschichte. Aber egal, Perlen vor die Säue.
Guck dir den zwoten Film gern an. Es gibt keine "Wahrheit", die zwischen meiner Kritik und naivem Zweckoptimimus liegt – und falls du eine derartige doch erkennen solltest, dann hätte das einen ganz bestimmten Grund, der aber sicher nicht im Film, sondern im Rezipienten begründet liegt.