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Meister Proper
26 Apr. 2022, 21:13
Zitat von: TreuerStadtschinken
Sie haben immer noch nicht kapiert, dass das nix bringt. Das Drachengame erfordert Zurückhaltung im allgemeinen, gespickt mit kurzen Ausbrüchen und Eskalationen. Der Kochtopf, in dem Winkler vor sich hinbrodelt, ist ein diffiziles System. Die Flamme muss immer so heiß brennen, dass es dem Winkler ungemütlich bleibt. Gleichsam muss sie so klein sein, dass der Wingelfrosch, der auf ihr köchelt, in guten momenten das Gefühl bekommen kann, es würde kälter werden, aber nicht mehr wärmer. In solchen Momenten wird die Flamme dann stichartig geschürt, dass die fette Unke fast platzt, nur um kurz vor der endgültigen Explosion wieder runtergedreht zu werden - nur eben 0.1° wärmer als es zuvor normal war.
Was aber klar sein muss und was Haider, die sowas an die Küchenaufsicht der PINEA schreiben, nicht verstehen wollen: Die Suppe in dem Topf ist diejeniche, die Reiner sich selbst eingebrockt hat. Der Winkler kann hier nur in seinem Eigensud sein eigenes Süppchen kochen, nur so kann die wahre Essenz des Winklerschen letzten Abendmahls extrahiert werden. Zu viele Köche verderben den Brei, auch wenn er bereits säuerlich, vergoren und ungenießbar scheint.
Das Drachengame ist eben etwas für Feinschmecker und als solcher will man selbst die ranzigsten Aromen pur und unverfälscht. Deswegen verdampfen solche Versuche, des reiners Henkersmett mit ein paar Tropfen Hate direkt in den Topf zu würzen, umgehend. Hier muss einfach nach Rezept gekocht werden, wie es von den Autoren in ihrer kulinarischen Weisheit geschrieben steht - die Haider können maximal die Zutaten auf die Küchentheke legen, in den Topf werfen muss der dicke sie selbst.
Das Mett gelingt am fürstlichsten, wenn diese kosmische Balance gewahrt wird: Die Autoren stellen das Rezept, die überwachenden Haider die Temperatur und Reiner sorgt selbst dafür, dass die schlammig-trübe, undurchsichtige und modernd vor sich hinblubbernde Brühe seiner Existenz ungenießbar bleibt und immer weiter eindickt, bis auch für den nimmersatten Ogerschlund nichts weiter über bleibt, als den Batzen in einem letzten Kraftakt hochzuwürgen und endlich vor den ausgekotzten Brocken der eigenen Existenz zu stehen oder aber überraschend leise röchelnd qualvoll langsam und von kaum jemand beachtet daran zu ersticken. Die Behörden rühren gelegentlich um, auch wenn es einem zu langsam vorkommen mag. Am Ende haben die noch alles und jeden gar gekocht.
So erklärt sich dann auch der Kotmidas: man sieht den vollen Topf und wie viel Hallo um ihn gemacht wird, das muss doch einfach köstlich sein, da will man eine Kelle von. Aber nicht nur, dass man beim ersten bissen merkt, dass man gerade Kacke gekocht in Pisse probiert hat, die Haider passen halt auf wie die Schießhunde, dass der Inhalt des Topfes niemand zuteil werden darf, außer reiner selbst - und erst recht nicht lassen sie zu, dass jemand die Brühe verkauft.
Das unterhaltsamste, was ich seit langem gelesen habe. Danke dafür! Subberleig im Geiste geht raus.