Erschtamola Gleitzeit
Arbeiten und Lohnsklaverei
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#103 Gelöschtes Mitglied 388 27 Feb. 2023, 10:38
Gleitzeit übrigens lustiges Synonym für Fuqqerey
ok war alles -
#104 ThomasSchweigköhler 27 Feb. 2023, 10:38Zitat von: Indianer11
Gleitzeit übrigens lustiges Synonym für FuqqereyUnten am Fluss -
#105 Linda van da Slampn 27 Feb. 2023, 10:44Es gibt ein generelles Dilemma im Leben: Die ganze Sinnfrage stellt sich immer erst, wenn mit genug Langeweile und Frust hat, um sich damit zu beschäftigen. Ablenkung und Vermeidung vergrößern den Frust eher noch. Das füllt die Leere allenfalls für kurze Zeit. Wer im Flow ist, der grübelt nicht über den Sinn des Lebens. Wäre eher mal interessant, was man stattdessen gerne haben möchte.
Klingt vielleicht abgedroschen, aber die Motivation kommt seltenst von außen. Jeder muss für sich selbst welche finden. Bin jetzt schon recht lange im Geschäft und ich denke, es gibt drei Faktoren, warum Leute Dinge gern machen:
1. Kommunikation
Das ist vielleicht auch der Grund, warum wir alle im Forum abhängen. Man hat das Gefühl, man kann sich hier mit Leuten über fundamentale Themen austauschen, die über banalen Small Talk hinaus gehen. Es geht um Kommunkation, die zu einem tieferen Verständnis führt. Ideal hat man Kollegen oder Kunden, bei denen man das erreicht.
2. Lernen
Menschen wollen sich weiterentwickeln und über sich hinaus wachsen. Dazu musst du die Chance haben, dich möglichst täglich ein bisschen aus deiner Komfortzone zu bewegen und Neues auszuprobieren
3. Dienen
Jeder Mensch will zu irgendwas beitragen, was man als gut oder sinnvoll empfindet. Das ist in uns so angelegt
Fazit: impfne, impfne, impfne (ach nee falscher Sred) -
Mod/RDW
#106 Centauri 27 Feb. 2023, 11:00Arbeit als kompletter Lebensinhalt:
Da gibt es unterschiedliche Einstellungen zum Thema Arbeit bei der Elterngeneration mit der eigenen, was ja auch schon erwähnt wurde. Mein Vater kennt auch nix außer arbeiten, war in einem kleinen Malerbetrieb als Handwerker und hat täglich oft 10h gearbeitet. In der Freizeit wurde dann oft für Freunde und Bekannte noch a weng schwarz gearbeitet um die Urlaubskasse aufzubessern. Aufgrund von Krankheit und Belastung hat er dann mit 60 aufhören müssen zu arbeiten und man merkt, wie er zu Hause zwar happy ist, weil er nicht mehr die Power hat 8-10h körperliche Arbeit zu tätigen, aber er auch außer Fußball schauen und paar arbeiten am und ums Haus zu erledigen nix mit sich anzufangen weiß. Arbeit = Lebne
Zur eigenen Motivation/W-L Balance:
Hab auch das Glück meinen Job im Prinzip zu mögen im naturwissenschaftlicher Bereich, größerer mittelständischer Betrieb; was hauptsächlich an der abwechslungsreichen Arbeit liegt, coolen Kollegen, netter Chef, und genug Flexibilität (Home Office, ruhiges Büro vor Ort schön mit Bike erreichbar, Gleitzeit, selbst der Chef sagt: Wenn du tagsüber mal 2-3h was erledigen musst, dann machst des halt dafür haben wir ja flexible Zeiten, hauptsache am Ende des Monats/Jahres ist deine Arbeitszeit im Lot und Projekte erledigt.)
Aber was man halt auch sagen muss, 40h Woche (plus 45 min Mittagspause), das ist zu lange, so viel Konzentration und Bock hat man nicht. Ich mach halt auch viel nebenher online mit pelten, oder widme mich meinen Hobbies oder rede mit Kollegen. Effektive Arbeitszeit ist deutlich weniger als 8h eher max. 4h und trotzdem bin ich Leistungsträger in der Abteilung und soll bald ein Team von Kollegen an unseren In- und Auslandsstandorten mit managen und da öfters als jetzt schon hin reisen lel. Das ist dann aber auch die Grenze auf die ich karrieremäßig Bock hab. Ich arbeite nur, weil ich mir meine ganzen Hobbies und angenehme Freizeit gönnen möchte und nur zu einem kleine Teil aus anderen Gründen (neues lernen, an Lösungen tüfteln, helfen). Irgendwann verdient man halt genug und braucht nicht noch mehr Cash für mehr Arbeitssklaverei. Man lebt nur einmal, so ausgelutscht wie der Spruch auch ist.
Hobby zum Beruf machen:
Naja, kann klappen, aber oft versaut man sich so auch das Hobby. Muss man abwägen, hängt stark vom Thema ab. Ich hatte überlegt und dann gedacht: Ne lass mal ich mach das lieber nebenher -
#107 Stinkachu 27 Feb. 2023, 11:11Die Frage nach Arbeit als Lebensinhalt finde ich tatsächlich schwierig zu beantworten. Für mich persönlich gehört Arbeit, bzw. eine Aufgabe haben, schon zum Lebensinhalt dazu, aber ich habe auch einen Job, der am Schreibtisch ist und den ich jetzt auch nicht als richtige Maloche ansehen würde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der den ganzen Tag bei Tönnies am Fließband Schweinehälften auseinander nimmt sagt, dass ihn das erfüllt und er froh darum ist das zu machen. Das fände ich schon fast anmaßend da von Lebensinhalt, oder Sinnstiftung zu sprechen und von dieser Art Job gibt es viele.
Was ich aber für mich mal festgestellt habe, dass Freizeit und Urlaub erst dann wirklich gut sind, wenn sie im Kontrast zur Arbeit stehen. Ich war Aufgrund einer Umstrukturierung mal einige Monate freigestellt und habe erst kurz vor Ablauf der Freistellung und dem Übergang zu ALG I eine für mich passende Stelle gefunden. Und obwohl in diesen Monaten frei hatte und meine normalen Kouln bekommen habe, hat es sich nicht wirklich wie ein Urlaub/Sabbatical angefühlt.
Selbst unser Rainer versucht ja ständig diesen Kontrast herzustellen: Youtube ist hadde abbeid. Muss heute mal einen Chilldach einlegen. -
Mod/RDW
#108 Centauri 27 Feb. 2023, 11:36Zitat von: Stinkachu
. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der den ganzen Tag bei Tönnies am Fließband Schweinehälften auseinander nimmt sagt, dass ihn das erfüllt und er froh darum ist das zu machen. Das fände ich schon fast anmaßend da von Lebensinhalt, oder Sinnstiftung zu sprechen und von dieser Art Job gibt es viele.Man müsste öfters das große Ganze betrachten warum man arbeitet: Früher gab es Tauschhandel, dann wurde Währung eingeführt - im Prinzip geht es immer nur darum, dass jeder Spezialist sein Zeuch herstellt und andere kaufen das Zeuch das sie selbst nicht so herstellen können und verkaufen dafür ihr Zeuch. Der Sinn einer solchen Arbeit ist einfach, etwas beizutragen an diesem System und am Ende hat jeder was er möchte und braucht (stark vereinfacht lel). So muss man halt auch seine Dulliarbeit sehen am Fließband. Aber Spaß macht das sicherlich nicht, da gibt es leider kein Mittel gegen, außer vielleicht Roboter.
Zitat von: StinkachuWas ich aber für mich mal festgestellt habe, dass Freizeit und Urlaub erst dann wirklich gut sind, wenn sie im Kontrast zur Arbeit stehen. Ich war Aufgrund einer Umstrukturierung mal einige Monate freigestellt und habe erst kurz vor Ablauf der Freistellung und dem Übergang zu ALG I eine für mich passende Stelle gefunden. Und obwohl in diesen Monaten frei hatte und meine normalen Kouln bekommen habe, hat es sich nicht wirklich wie ein Urlaub/Sabbatical angefühlt.Vielleicht lag es auch am Druck etwas finden zu müssen, da man ohne Kohlezufluss halt nicht lange durchhält heutzutage. Da kann man dann die freien Monate nicht so entspannt verleben
Selbst unser Rainer versucht ja ständig diesen Kontrast herzustellen: Youtube ist hadde abbeid. Muss heute mal einen Chilldach einlegen. -
#109 Linda van da Slampn 27 Feb. 2023, 11:37Zitat von: Stinkachu
Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der den ganzen Tag bei Tönnies am Fließband Schweinehälften auseinander nimmt sagt, dass ihn das erfüllt und er froh darum ist das zu machen. Das fände ich schon fast anmaßend da von Lebensinhalt, oder Sinnstiftung zu sprechen und von dieser Art Job gibt es viele.Das sehe ich anders. Wie gesagt: Für die ganze Sinnfrage musst du vor allem die Zeit haben. Aus meiner Erfahrung stellen sich die echten Malocher die Frage nach dem Sinn recht selten. Deren Beitrag ist ja meist auch relativ konkret. Ein gutes Stück Fleisch mag z.B. jeder gern und der Maurer sieht halt man Ende des Tages ganz genau, wieviel Wand er gebaut hat. Die Malocher schauen oft auf uns verweichlichte Bürohängste hinab. Die blicken das schon lange, dass wir hier nur rumpelten während die die "richtige" (sinnvolle) Arbiet machen. -
#110 Stinkachu 27 Feb. 2023, 12:04Zitat von: Linda van da Slampn
Das sehe ich anders. Wie gesagt: Für die ganze Sinnfrage musst du vor allem die Zeit haben. Aus meiner Erfahrung stellen sich die echten Malocher die Frage nach dem Sinn recht selten. Deren Beitrag ist ja meist auch relativ konkret. Ein gutes Stück Fleisch mag z.B. jeder gern und der Maurer sieht halt man Ende des Tages ganz genau, wieviel Wand er gebaut hat. Die Malocher schauen oft auf uns verweichlichte Bürohängste hinab. Die blicken das schon lange, dass wir hier nur rumpelten während die die "richtige" (sinnvolle) Arbiet machen.
Ich glaube ich habe mich hier nicht so klar ausgedrückt. Natürlich kann mein Schreibtischjob für jemand anderes die perfekte Hölle sein. Ich wollte mit Maloche auch eine wirklich ätzende Arbeit beschreiben und nicht per se handwerkliche Tätigkeiten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie befriedigend es sein kann, etwas zu erschaffen, was dann auch wirklich da ist und nicht etwa eine Exceltabelle zu befüllen. Ich wollte mit dem Fleischer bei Tönnies ein Beispiel für eine Arbeit finden, die körperlich belastend, eintönig und unter Druck erfolgt. Metzger und Fleischer sind richtige und wichtige Berufe und ich glaube der Metzgermeister um die Ecke hasst seinen Job auch nicht. Als Student habe ich selbst in so Jobs gearbeitet, wie bspw. irgendwelche Kartons für den Versand auf Paletten zu stapeln und in Folie einzupacken. Unfassbar anstrengend und eintönig. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass da jemand sagt: Ja, diese Arbeit erfüllt mich. -
#111 quiesel 27 Feb. 2023, 12:11Bin in der glücklichen Lage, dass meine direkten Vorgesetzten meistens nicht sehen was ich die ganze Schicht treibe, sondern nur das sehen was im Schichtbericht drin steht. Also werden für Arbeiten die max. 10 Minuten dauern mehrere Stunden abgerechnet. Die restliche Zeit wird dann natürlich mit privaten Dingen gefüllt (Fahrrad reparieren / putzen, pelten, Freizeitplanung, schlafen etc. etc.)
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#112 KippmKauBoi 27 Feb. 2023, 12:19Ich will doch einfach nur richdich Kouhln habne und einfach bloß mei Zeuch machn. Deß is doch ned zu viel verlanggdd oder?
*schnauf*
*schnief*
Aaargh
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#113 Linda van da Slampn 27 Feb. 2023, 12:19Zitat von: Stinkachu
Als Student habe ich selbst in so Jobs gearbeitet, wie bspw. irgendwelche Kartons für den Versand auf Paletten zu stapeln und in Folie einzupacken. Unfassbar anstrengend und eintönig. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass da jemand sagt: Ja, diese Arbeit erfüllt mich.Hab ich auch gemacht. Unglaubliche Ödnis zum Teil. Im Endeffekt war das eigentlich mein persönlicher Hauptantrieb fürs Studium.
Hab aber auch immer mit einfachen Leuten Kisten gepackt, die wenig Probleme mit diesem stumpfsinnigen Mist hatten. Scheint auch so eine Einstellungssache zu sein. -
#114 Dr. Pest 27 Feb. 2023, 12:25Zitat von: ThomasSchweigköhler
Erschtamola GleitzeitGeht erst wenn du raus aus'm Game bist. -
#115 G O T T 27 Feb. 2023, 12:33Zitat von: Herr_Winklaaa
Fehlt nur noch sowas, dann wär der Tag perfekt.
Ja, aber jetzt überlegt euch mal warum praktisch alle bahnbrechenden Entwicklungen und Erfindungen der letzten 80 Jahre aus den USA gekommen sind.
Weil da sogar ein popliger Filialleiter einer Walmarkt-Filiale zu 100% für seinen Job brennt. Seine Mitarbeiter nicht, schon klar. Aber der Chef halt schon. Und wenn er nur 2 von den 20 Leuten da mitzieht ist es trotzdem schon besser als nichts. Wenn man für etwas brennt ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas sehr erfolgreiches dabei herauskommt ungleich höher wie wenn man sehr sachlich und unemotional einfach nur seinen Job macht. -
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#117 G O T T 27 Feb. 2023, 12:39Zitat von: LustDick
Lieber in die Steinzeit, als Corporate-Gottesdienste. Meine Meinung.
Ja, ich finde das auch abartig. Aber eines Tages wird Deutschland zu den Shitholes gezählt werden mit ganz viel verblichenem Glanz. Ist unausweichlich. Nicht nur weil wir den Kapitalismus nicht so gut können wie die Amerikaner. Auch weil wir zwischen den Machtblöcken zerrieben werden. -
Mod/RDW
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#119 baumarktfuzzy 27 Feb. 2023, 13:11Geh innen öffentlichen Dienst, hamse gesacht.
Da kannste abgammeln, hamse gesacht.
Nu bin ich tatsächlich im Öffentlichen Dienst angelehnten Unternehmen und schufte mehr , als in der freien Wirtschaft.
Bonus: 14,2 Monatsgehälter.
Zusatzrente
Und das schöne: Durch das Stufenmdell kriegste immer eine Lohnerhöhung, egal ob de was kannst oder net -
#120 LustDick 27 Feb. 2023, 13:58Zitat von: baumarktfuzzy
Bonus: 14,2 Monatsgehälter.Hab dieses Denken noch nie verstanden. Ist doch das selbe, wie jeden Monat 100€ in ein Kopfkissen zu stecken und sich am Ende des Jahres über 1200€ Bonus zu freuen.



